Pirmasens 150 Kuchen und eine Armada Freiwilliger

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„In dieser Woche gilt bei uns der Ausnahmezustand.“ Dies sagt Claudia Simon, eine von vier Vorsitzenden des TV Pirmasens und für Veranstaltungen verantwortlich. Die Mammutaufgabe heißt 5. rheinland-pfälzisches Turnfest. Und der TVP trägt als größter Verein in der Stadt wohl die Hauptlast.

Der Turnverein organisiert Hand in Hand mit dem Turnerbund sämtliche Veranstaltungen in der TVP-Halle und der Sporthalle der Kirchbergschule. Bereits vor etwa eineinhalb Jahren seien die ersten Vorbereitungen getroffen worden, um von Mittwoch bis Sonntag die knapp 140 Veranstaltungen über die Bühne zu bringen. Es habe immer wieder „Besprechungsabende“ gegeben, um einen möglichst reibungslosen Ablauf des Turnfestes zu garantieren. „Klar verfügen wir beim TVP über eine gewisse Routine bei der Abwicklung solcher Festivitäten, schließlich ist unsere 150-Jahr-Feier noch nicht so lange her“, sagt Simon. Doch gerade die Organisation der Wettkämpfe in der Kirchberghalle stelle erhöhte logistische Anforderungen. „Anfang der Woche werden an der Kirchberghalle drei Container mit Sportgeräten angeliefert, die dann ab heute in die Halle gebracht werden müssen. Am Sonntag müssen dann alle Gerätschaften wieder in die Container verstaut werden.“ Natürlich seien alle diese Arbeiten ohne die Kooperation mit dem Hausmeister nicht möglich. Aber erst recht nicht ohne freiwillige Helfer. Simon schätzt die Zahl der Helfer beim TVP über die fünf Tage verteilt auf „320 bis 400“. Und nicht alle, die zur Hand gehen, sind auch Mitglied im TVP. „Da sind auch die Oma und der Opa, der Onkel, Bruder oder sonstige Verwandte unserer Mitglieder mit eingespannt“, weiß Simon. Täglich ab sieben Uhr soll in den beiden Hallen der Kaffee dampfen, soll etwas zum Beißen vorgehalten werden. Dazu hat man beim TVP vier oder fünf Personen starke Teams gebildet, die dann etwa drei Stunden lang im Einsatz sind. Diese sollen dann die Verpflegung der Teilnehmer, Zuschauer und Funktionäre sicherstellen. Neben Pizzen, Flammkuchen, belegten Brötchen und vielerlei Getränken sind die selbst gebackenen Kuchen der Renner bei den Turnfestgästen. „Rund 150 Kuchen werden es wohl wieder sein“, sagt Simon. „Und alle werden gespendet.“ Und kein einziger Helfer werde für seine Dienste bezahlt. Es gebe auch kein Benzingeld oder sonst irgendeine Vergütung für die Hunderten von Helfern. „Jeder hilft unentgeltlich“, versichert Simon. Sie selbst hat sich für das Turnfest Urlaub genommen, „Turnerurlaub, nicht etwa Sonderurlaub“. Von sieben Uhr bis Mitternacht werde sie wohl täglich von Mittwoch bis Sonntag im Einsatz für ihren TVP und die Turner sein. Gleiches gelte selbstverständlich auch für die anderen drei Vorsitzenden Dagmar Hoch, Christine Müller und Peggy Kochert sowie für die TVP-Geschäftsführerin Manuela Sauer. Dabei sei es wichtig, nicht nur zu organisieren oder zu delegieren, sondern selbst mit Hand anzulegen. Wird derweil bei sehr vielen Vereinen über einen Mangel an Helfern gejammert, so kann sich der TVP auf eine ganze Armada freiwilliger Helfer stützen. Es seien vor allem die Senioren im Verein, die immer wieder zur Stelle sind, um dem Verein bei der Bewältigung seiner Aufgaben zu helfen. Aber, so betont Simon, es seien mittlerweile immer mehr junge Mitglieder, die gerne Hand anlegen, neue Ideen einbringen und diese auch selbstverantwortlich umsetzten. Schon seit Monaten gehört ein Buch zur Ausstattung von Simon. Darin macht sie sich immer wieder Notizen, „wenn mir was zum organisatorischen Ablauf einfällt“. Ein Mal aufgeschrieben, wird es nicht mehr vergessen. Großveranstaltungen sind am Samstag, 28. Mai, die Mehrkampfmeisterschaft in der Kirchberghalle und die Mehrkampfparty ab 19 Uhr in der TVP-Halle. Simon spricht von einem „Wahnsinnnsaufwand“, freut sich aber darauf und ist dann auch erleichtert, wenn alles wieder vorbei ist. (Archivfoto: Seebald)

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