Firmenlauf
1300 Teilnehmer beim Auftakt des Pfälzerwaldmarathon-Wochenendes
Einen Teilnehmer beim Firmenlauf mit dem Vornamen „Petrus“ hat man vermisst. Aber auch ohne dass selbiger die fünf Kilometer gejoggt ist, bescherte er dem Rest der 1300 Starter Traumwetter: keine Wolke am Abendhimmel, 22 Grad. Während es im vergangenen Jahr beim Auftakt des Pfälzerwaldmarathon-Wochenendes wie aus Kübeln gegossen hatte, liefen die Teilnehmer am Freitag – Start war um 19.30 Uhr vor der Schokoladenfabrik Wawi – in einen traumhaften Sonnenuntergang hinein.
Junger Tempomacher
In teilweise schriller Laufbekleidung macht sich der Tross auf den neuen Firmenlauf-Kurs rund um den Sommerwald, durch das Parkbrauerei-Gelände über die Zwingerstraße zum Ziel, der Messehalle. Einer von ihnen ist der 15-jährige Len Höh aus Rodalben. Früher schon bei einigen Schülerläufen am Start, unterstützt der Zehntklässler des Pirmasenser Leibniz-Gymnasiums – wie schon im vergangenen Jahr – seine Tante Tracy Kreb im Team vom Diabetologikum am Exerzierplatz. „Ich wurde als Tempomacher engagiert. Ich laufe voran, der Tross muss mir einfach folgen“, sagt er schmunzelnd. Er gehört am Ende zu den schnellsten Läufern. Eine Zeitmessung gibt es beim Firmenlauf nicht.
„Ich bin echt“
Mit einem Dreirad sind Stephan Schabacher aus Rodalben und Alexander Holzheimer aus Hinterweidenthal unterwegs. „Wir laufen nicht, weil wir nicht wollen, sondern weil wir nicht können“, sagen beide. Sie gehören zum Team von 28 Teilnehmern der Physiotherapie Mack auf der Husterhöhe. Schabacher laboriert gerade an einem Achillessehnenriss, Holzheimer leidet unter Multipler Sklerose. „Nicht mitmachen war aber keine Option“, sind sich beide einig.
„Ich bin echt“, versichert Ordensschwester Roswitha. In Nonnentracht läuft die 80-Jährige wie selbstverständlich im Tross die fünf Kilometer mit – und das schon seit Jahren. Begleitet wird die wohl älteste Teilnehmerin von einem Dutzend Angehöriger des Nardinihauses.
Einer, der angekündigt hat, joggen zu wollen, und am Ende doch nicht startet, ist der Sportliche Leiter des Pfälzerwaldmarathons, Hartmut Kling. „Organisation, Organisation. Ich krieg das dieses Jahr nicht gebacken, nächstes Jahr starte ich einen neuen Versuch“, sagt er voller Freude über die steigende Teilnehmerzahl. Während es im vergangenen Jahr „nur“ rund 900 Firmenläufer waren, schüren heute 400 Jogger mehr die Laufschuhe. Das ist beachtlich.
Joggen oder gehen?
Es wurde trefflich darüber diskutiert, ob Oberbürgermeister Markus Zwick tatsächlich beide Füße kurzzeitig vom Boden abgehoben hat, also gejoggt ist, oder ob ein Fuß immer festen Bodenkontakt hatte, was gemeinhin als Gehen bezeichnet wird. Auf jeden Fall war er mit dabei, ebenso wie der Beigeordnete Denis Clauer, der freudestrahlend gelaufen ist.
„Wir wollen gemeinsam ankommen“, sagt Felix Huber, einer von stolzen 150 Teilnehmern der Pirmasenser Heinrich-Kimmle-Stiftung. Die Durstlöscher führen Sabrina Bitzer aus Lemberg, Petra Köhler aus Windsberg, Felix Huber aus Ruppertsweiler, Sabrina Semler aus Höheischweiler und Sarah Leidner aus Pirmasens im Bollerwagen mit.
Keine Vorfahrtsregeln
Das Fahrschulauto mit Laufschuhen getauscht haben von der Fahrschule Busse Michael Müller aus Höheinöd, Philipp Trogler aus Rodalben, Chef Ralf Müller, Paul Kraft, Maren Müller (alle Pirmasenser) sowie Helge Müller aus Waldfischbach und Pauline Spengler aus Hauenstein. „Wir laufen statt fahren und beachten heute mal nicht die Vorfahrtsregeln“, scherzt Müller.
Belohnt werden die Aktiven nicht nur mit Traumwetter, sondern mit einem ausgelassenen Abend bei der legendären „After Run Party“.
INFO
Am Samstag beginnen um 9.30 Uhr auf dem Messegelände die Schülerläufe. Der Startschuss für den Marathon und die vierköpfige Marathon-Staffel fällt um 11.15 Uhr. Die Halbmarathonis sowie die Halbmarathon-Duostaffeln machen sich um 11.30 Uhr auf die Strecke. Kurzfristige Anmeldungen vor Ort sind noch für alle Wettbewerbe möglich.