Pirmasens Überglücklicher Henry Wiche, Drama um Monika Kiefer

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Waldfischbach-Burgalben. Ein überglücklicher Henry Wiche bei den Herren auf Platz eins, Drama um Monika Kiefer, die bei den Damen Vierte wird: So lässt sich das Ranglistenturnier des Pfälzischen Tischtennis-Verbands (PTTV) am Sonntag in der Bruchwiesenhalle zusammenfassen.

Henry Wiche, 2014 schon einmal Pfalzranglistensieger und 2015 Pfalzmeister, hatte sich im Vorfeld des Turniers gar nicht in einer Favoritenstellung gesehen, da er nach eigenem Bekunden in dieser noch recht jungen Saison noch lange nicht seine Topform erreicht habe. Doch das Selbstvertrauen des 18-Jährigen aus Nünschweiler wuchs, als er vier Runden unbeschadet überstanden hatte. Es folgte die erste Nagelprobe. Gegen den erst 15-jährigen Lasse Becker von der TSG Kaiserslautern geriet Wiche mit 0:1 und 1:2 in Satzrückstand, wobei besonders der dritte Durchgang mit 14:16 hochdramatisch verlief. Die Aufholjagd zum 2:2 wurde am Ende nicht belohnt, denn in der Verlängerung des Entscheidungssatzes hatte der angehende Abiturient das Nachsehen. Um seine Chance auf den Gesamtsieg zu wahren, musste er im vorletzten Spiel den Turnierfavoriten Christian Stofleth schlagen. Der Regionalligaakteur aus Kaiserslautern, seines Zeichens amtierender Pfalzmeister, und Wiche lieferten sich ein Match, das die Zuschauer von den Sitzen riss, zeigten offensive Topspin-Ballwechsel in atemberaubender Geschwindigkeit. Hauchdünn sicherte sich Wiche die ersten beiden Sätze, doch Stofleth glich aus. Dramatik im fünften Satz, der in die Verlängerung ging. Wiche blieb cool, setzte voll auf Offensive und gewann mit 12:10. Nachdem Hauptkonkurrent Becker gegen seinen Vereinskameraden Christopher Enders den Kürzeren gezogen hatte, fiel die Entscheidung erst in der letzten Runde des Tages. Becker legte vor, indem er Fabian Reuther vom TTV Albersweiler locker mit 3:0 in Schach hielt. Zum gleichen Zeitpunkt lag Wiche gegen Enders mit 1:2 in Satzrückstand. Obwohl er sich teilweise kaum noch auf den Beinen halten konnte und wie in Trance agierte, schaffte er mit einem 11:5 den Satzgleichstand. Das gab dem Nünschweilerer den letzten nötigen Motivationsschub. Mit unbändigem Kampfgeist griff er immer wieder mit voller Wucht an und wurde am Ende mit dem 11:5 im Satz und dem Gesamtsieg belohnt. „Ein Sieg bei diesem Turnier, mit dem man nicht wirklich rechnet und der dann nach so dramatischen Spielen zustande kommt, bedeutet mir wirklich sehr viel“, sagte Wiche, dem man das Glück ansehen konnte. Sein Mannschaftskamerad vom TTC Nünschweiler, Timo Schultz, stand natürlich etwas im Schatten von Wiches Erfolg, aber sein fünfter Platz ist für die Nummer fünf des TTC ein großer Erfolg. Zwar blieb ihm ein Sieg gegen „die großen Vier“ des Tages verwehrt, aber gerade gegen Becker und Enders zeigte er seine gute Form und zog jeweils nur knapp im fünften Satz den Kürzeren. Das Drama von Monika Kiefer nahm in der Partie gegen Elena Stock seinen Anfang. Zuvor ungeschlagen, musste sich die 35-Jährige vom TTC Pirmasens der 17 Jahre jüngeren Edenkobenerin nach fünf hart umkämpften Sätzen geschlagen geben. Ihr laufintensives und deshalb sehr kräftezehrendes Spiel kostete die Vize-Pfalzmeisterin schon hier recht viel Substanz. Um sich die Siegchance zu erhalten, musste in der darauffolgenden Runde unbedingt ein Sieg gegen die mehrfache Ranglistensiegerin und amtierende Pfalzmeisterin Elena Süs vom FC Queidersbach her. Doch es lief nicht für Kiefer, die zwei Sätze lang hervorragend herausgespielte Schmetterchancen reihenweise versiebte. Mit tollem Kampfgeist glich sie nach einer großartigen Leistungssteigerung zum 2:2 nach Sätzen aus, doch die Krämpfe wurden immer schlimmer, wobei ihr Körper sich geradezu durchschüttelte. Sie versuchte alles, doch es sollte nicht sein. Mit 5:11 ging der Sieg an Süs, die damit ungeschlagen blieb. Danach ging es erst mal auf die Behandlungscouch. Eine von Betreuerin Bettina Schmidt, Teamkollegin beim TTC Pirmasens, verabreichte Salbe half. So konnte Kiefer Katharina Dinges (TTC Winnweiler) mit 3:0 in Schach halten. Auch gegen die erst 14-jährige Jana Porten (TSG Kaiserslautern), die am Ende Zweite wurde, hielt die Salbenwirkung noch einen Satz lang an, dann war Schluss. Nahezu widerstandslos musste Kiefer sich ihrem Schicksal ergeben und unterlag mit 1:3. Ein Aufgeben, beispielsweise nach dem zweiten Satz, kam aber auch nicht in Frage, denn dann wären ihre an diesem Tag erspielten Resultate komplett aus der Wertung gefallen. Eine Regelung, über deren Sinn sich streiten lässt. Am Ende wurde Kiefer Vierte mit 5:3 Siegen. Die qualifizierte Selina Weber (TTC Pirmasens) hatte wie Marcella Franck (TTC Winnweiler) kurzfristig wegen eines Magen-Darm-Virus abgesagt. Lob gebührt der Turnierleitung um den Vizepräsidenten Sport des PTTV, Peter Baumann. Der Waldfischbacher hatte in seiner bekannt ruhigen Art das Geschehen stets im Griff und wurde dabei von Tochter Luisa tatkräftig unterstützt. |lam

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