Pirmasens RHEINPFALZ Plus Artikel Über 1000 Besucher bei „Rock in der Muschel“ im Dahner Kurpark

Die Band „Addicted“ mit (von links) Manuel Will, André Gehrlein, Christian Rung und Alexander Zotz in der Dahner Konzertmuschel.
Die Band »Addicted« mit (von links) Manuel Will, André Gehrlein, Christian Rung und Alexander Zotz in der Dahner Konzertmuschel.

Das kleine Festival „Rock in der Muschel“ lockte auch in diesem Jahr wieder weit über die Grenzen der Stadt Dahn hinaus die Besucher in den Dahner Kurpark. Und sie wurden für ihr Kommen belohnt, denn die drei Band „Endlich!?“, „Addicted“ und „The Bombshells“ waren mit ihren ganz unterschiedlichen Programmen blendende Unterhalter.

Der lange Konzertabend startete gegen 18 Uhr mit „Endlich!?“ aus Karlsruhe. Die 2009 gegründete Band servierte Alternativ-Rock im Stil der „Foo Fighters“ oder „Staind“. Mit dem Coversong „Schrei nach Liebe“ von den „Ärzten“ und „Wenn du gehst“ hatte das Quartett aber auch deutschsprachiges Liedgut im Gepäck. Kompositorisches Talent zeigte die Band um den Sänger und Gitarristen Holger Endlich bei eigenen Songs wie „Sun“, „As I Divine“ oder „The Day I Woke Up“. Zum Abschluss gab es dann auch noch eine knackige Version des Bob-Dylan-Klassikers „All Along The Watchtower“ in einer, an Jimi Hendrix angelehnten Fassung. Nach einer knappen Stunde Spielzeit wurde „Endlich!?“ mit Beifall von der Bühne verabschiedet.

Von „Metallica“ bis Springsteen

In Sachen Spielfreude legte die Band „Addicted“ ab 20 Uhr dann noch eine gute Schippe drauf, hatte dafür aber auch 30 Minuten mehr zur Verfügung. Unter Führung von Sänger Christian Rung, der kaum eine Sekunde stillstand und mit seiner Gitarre wie ein Derwisch über die große Bühne fegte, präsentierte die Gruppe eine Mixtur aus eigenen Songs und Coverversionen bekannten Lieder. Zum Auftakt gab es den „Metallica“-Hit „For Whom The Bell Tolls“. Doch schon hier wurde das Manko der Truppe deutlich: Rung hat für solche Metal-Songs einfach eine zu dünne Stimme, da fehlt es ihm an Kraft und Dynamik. Das gilt auch für die Interpretation des aggressiven „The Pretender“ von den „Foo Fighters“. Die instrumentale Leistung der Band dagegen ist untadelig. Lieder wie „Rolling In The Deep“ (Adele), „Pompeii“ („Bastille“) oder „California“ („Phantom Planet“) fallen Rung wesentlich leichter und passen stilistisch auch viel besser zu „Addicted“. Mit den knackigen Zugaben „American Idiot“ von den US-Punkrockern „Green Day“, „Sex Is On Fire“ („Kings Of Leon“) und „Yellow“ („Coldplay“) heimst die Band schließlich doch noch reichlich Applaus ein und zieht nach Einbruch der Dunkelheit einige Dutzend Rockmusikfreunde zum Feiern direkt vor die Bühne.

„Bombshells“ lassen 99 Luftballons steigen

Kurz vor 20 Uhr war es dann Zeit für „The Bombshells“. Die vier Musiker kommen aus Landau und Mannheim, und beginnen ihr Konzert mit dem „Queen“-Hit „Radio Gaga“. Schlagzeuger Bene Bassimir spielt den wohlbekannten Rhythmus an, ehe Gitarrist Christoph Renner, Luca Sciandrone am Bass und Sängerin Dani Weisenburger schließlich einstiegen.

Das nun folgende Programm ist recht abwechslungsreich und enthält sogar ein 90er-Jahre-Special mit Liedern wie „99 Luftballons“ von Nena oder „Major Tom“ von Peter Schilling. Doch zuerst gab es einen Rundumschlag durch die internationale Rock- und Pop-Szene mit Hits wie „Land Of Confusion“ („Genesis“), Bruce Springsteens „Born In The USA“ und „Here I Go Again“ von „Whitesnake“, die aber zum großen Teil stimmlich nicht unbedingt zur Sängerin passen. Die Originalsänger dieser Hits haben alle ungemein kräftige und raue Stimmen, was für die meisten Coverband-Sängerinnen eine nicht zu meisternde Hürde darstellt. So erging es dann auch Dani Weissenburger. Sie mühte sich bei Songs dieser Machart zwar redlich, legte etliche Kilometer auf der Bühne zurück und animierte unermüdlich die Konzert-Besucher zum Mitmachen, doch Pop-Lieder wie „Rhythm Of The Night“, „Cheap Thrills“ oder „Sweet But Psycho“ passen wesentlich besser zu ihrer Stimme. Diese aktuellen Hits interpretiert sie dann auch wirklich gut, ebenso wie „Kids In America“ von Kim Wilde, das den Abschluss des Konzerts einläutete.

Dani Weisenburger steht bei den „Bombshells“ am Mikrofon.  Foto: ider
Dani Weisenburger steht bei den »Bombshells« am Mikrofon.
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