Pirmasens
Ärztliche Bereitschaft: Das Chaos an Weihnachten soll sich an Ostern nicht wiederholen
Pirmasenser berichteten von mehr als 20 Patienten, die am 27. Dezember vor der Tür der Bereitschaftspraxis in der Pettenkofer Straße in der Kälte warten; darunter auch hochbetagte Senioren. Eine Situation, die wohl auch dadurch ausgelöst wurde, weil die Bereitschaftspraxis nicht nur für Pirmasenser, sondern auch für Bewohner des Landkreises zuständig ist. Mit Wartezeiten müsse immer gerechnet werden, meint dazu die KV Rheinland-Pfalz. Allerdings seien zur Verbesserung der Situation in den Bereitschaftspraxen in Kaiserslautern und Pirmasens die Dienstzeiten des zweiten diensthabenden Arztes an den Ostertagen zeitlich verlängert worden. Mehr Ärzte könnten nicht verpflichtet werden, da in der Praxis die Zahl der Behandlungszimmer die Zahl der Ärzte begrenze, erläutert Julia Lampferhoff, Sprecherin der KV in Mainz. Ein Problem, genügend Ärzte zu finden, die Notdienst machen wollen, gebe es nicht, versichert die KV-Sprecherin. Alle Vertragsärzte in Rheinland-Pfalz seien zum Dienst in den Bereitschaftspraxen verpflichtet, erklärt Lampferhoff.
Wer ein Problem hat, bei der kostenfreien Rufnummer 116117 durchzukommen, um die passende Anlaufstelle zu finden, soll einfach so bei der Bereitschaftspraxis vorbeikommen, empfiehlt die KV-Sprecherin. „Während der Feiertage empfiehlt die KV auch direkt ohne vorherige Kontaktaufnahme zur 116117, eine Ärztliche Bereitschaftspraxis aufzusuchen.“
KV plädiert für Fortsetzung der telefonischen Krankschreibung
Die zum 1. April ausgelaufene Regelung zur telefonischen Krankschreibung habe auf den Bereitschaftsdienst keine Auswirkungen und wird folglich auch nicht zu noch mehr Andrang führen. Die KV bedauert jedoch trotzdem, dass diese Möglichkeit zur Arbeitserleichterung in den Arztpraxen nicht mehr gegeben ist. Die telefonische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung habe zu einer deutlichen Entlastung in der ambulanten Versorgung geführt. Der Vorstand der KV Rheinland-Pfalz plädiere deshalb für die Fortsetzung dieses patienten- und praxisentlastenden Instruments. Ohne die telefonische Krankschreibung werde die ambulante Versorgung geschwächt und ein notwendiges Instrument den Praxen genommen, moniert die Sprecherin der KV.
Zu der Frage, ob die Patienten immer noch vor der Tür warten müssen, äußerte sich die KV-Sprecherin nicht.