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Samstag, 18. November 2017 Drucken

Pirmasens

Pirmasens: Ehemaliger Finanzminister Emil Wolfgang Keller gestorben

Von Peter Rojan

Ministerpräsident a.D. Wagner gratulierte Emil Wolfgang Keller am 6. März 2007 zum 75. Geburtstag,

Ministerpräsident a.D. Wagner gratulierte Emil Wolfgang Keller am 6. März 2007 zum 75. Geburtstag, ( Archivfoto: Seebald )

Als Redner brillant und immer für eine Pointe gut: Emil Wolfgang Keller.

Als Redner brillant und immer für eine Pointe gut: Emil Wolfgang Keller. ( Fotos: (3) : Urheber frei)

In der Nacht zum Freitag ist der Pirmasenser CDU-Kommunalpolitiker und frühere rheinland-pfälzische Finanzminister Emil Wolfgang Keller im Alter von 85 Jahren nach kurzer Krankheit im Krankenhaus gestorben. Nach Angaben der Familie findet am kommenden Freitag in der Lutherkirche ein öffentlicher Trauergottesdienst statt.

Mit Emil Wolfgang Keller zu reden, war stets etwas Besonderes, selbst wenn der Anlass nicht immer erfreulich war und er zum Rapport gebeten hatte. Der langjährige CDU-Kommunalpolitiker und rheinland-pfälzische Finanzminister mochte Menschen, er konnte zuhören, saß nie auf hohem Ross, war bodenständig. Selbst wenn er verärgert war, wenn ihm etwas missfiel, wurde er selten laut, sondern strafte hintergründig mit trockenem Humor. Und immer mit Nachsicht. Es war Georg Gölter, früherer rheinland-pfälzischer Kultusminister und politischer Wegbegleiter Kellers, der ihn deshalb, es war zu Kellers 80. Geburtstag, als einen „nachsichtigen Philosophen“ bezeichnet hat.

Aktiv einmischen wollte sich der Rentner nicht mehr

In den vergangenen Jahren war es ruhig geworden um Emil Wolfgang Keller, nicht nur wegen seiner angeschlagenen Gesundheit. Wenn sein Rat gefragt war, dann gab er die Ratschläge gern, aber aktiv einmischen in die Politik seiner Heimatstadt wollte sich der Rentner nicht mehr. „Ich wollte nie einer werden, hinter dessen Rücken die Jüngeren flüstern: ,Wann hört er denn endlich auf?’“, hat Keller einmal gesagt.

 

Zur CDU stieß Keller während seiner Studienjahre in Freiburg in den 50er Jahren, als er sich bei der christlich-demokratischen Hochschulgruppe engagierte. 1960 kandidierte er für den Stadtrat und wurde „zu meiner großen Überraschung gleich gewählt“, wie er einmal erzählte. Zu jener Zeit war Keller nach Studium und Praktika unter anderem in Frankreich bereits beim Familienunternehmen Heinrich Schmitt eingestiegen und wurde Mitinhaber des Lederhandels.

Von 1988 bis 1991 Finanzminister

Dass Politik zu seinem Beruf wurde, lag am früheren Bundestagsabgeordneten Werner Marx. „Er hat mich gedrängt, 1975 für den Landtag zu kandidieren.“ Keller wurde gewählt, stieg dann in Mainz 1981 zunächst zum stellvertretenden Vorsitzenden der CDU-Landtagsfraktion auf, wurde 1987 deren Chef und schließlich von 1988 bis 1991, bis zum Wahlsieg der SPD, Finanzminister. So einflussreich war bis dato kein anderer Westpfälzer. 1996 gab er sein Landtagsmandat auf, 1998 auch den Vorsitz der Stadtratsfraktion.

 

Wertschätzung fand Emil Wolfgang Keller allenthalben in der Stadt wie im Land – und nicht nur bei Parteifreunden. Aus Anlass seines 75. Geburtstags hatte Oberbürgermeister Bernhard Matheis den „unschätzbaren Beitrag“ gepriesen, den Keller für seine Heimatstadt geleistet habe, und den „fast schon legendären Humor“ und die Schlagfertigkeit Kellers als Eigenschaften herausgehoben, mit denen sein Parteifreund so manches Mal schwierige Debatten entspannt habe. Norbert Stretz, der als SPD-Landtagsabgeordneter viele Jahre mit Keller in Mainz zusammengearbeitet hat, lobte die Verlässlichkeit, die Keller ausgezeichnet hat. Redlichkeit, Korrektheit oder Kompetenz sind weitere Eigenschaften, die Keller bescheinigt wurden.

Öffentlicher Trauergottesdienst am 24. November

Um Emil Wolfgang Keller trauern seine Frau Christiane, die drei Kinder, die Enkelkinder sowie Freunde und Bekannte. Nach Angaben der Familie findet am Freitag, 24. November, um 11 Uhr ein öffentlicher Trauergottesdienst in der Lutherkirche statt. Im engsten Kreis der Familie wird Emil Wolfgang Keller anschließend beigesetzt.

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