Deutsche Bahn Vorerst noch kein Lokführer-Streik

Es fährt kein Zug: Von Herbst 2014 bis Mai 2015 streikte die GDL mehrfach über einige Tage hinweg.
Es fährt kein Zug: Von Herbst 2014 bis Mai 2015 streikte die GDL mehrfach über einige Tage hinweg.

Im Tarifkonflikt mit der Deutschen Bahn AG (DB) ruft die Lokführergewerkschaft GDL ihre Mitglieder zu einer Urabstimmung über einen Streik auf. „Die GDL wird nicht zu Warnstreiks von einigen Stunden oder einem Tag aufrufen. Sie wird zunächst eine Urabstimmung durchführen. Die Auszählung ist für den 9. August 2021 vorgesehen“, sagte der GDL-Vorsitzende Claus Weselsky am Donnerstag. Bis dahin werde es keine Streiks geben. Anschließend könne es allerdings zu längeren Arbeitsniederlegungen kommen, sofern sich die Bahn nicht bewege, fügte Weselsky hinzu. Die GDL rechnet mit einer hohen Zustimmung bei der Urabstimmung.

Weselsky warf der DB vor, trotz des „maßgeblichen Entgegenkommens“ seiner Gewerkschaft „völlig inakzeptable Vorbedingungen und Gegenforderungen gestellt“ zu haben. So werde ein „Solidarbeitrag“ mit massiven Reallohnverlusten verlangt. Die DB habe „null Interesse“ an einer Einigung und sei deshalb auch für die Eskalation des Konflikts verantwortlich.

DB: Verhalten der GDL völlig unverantwortlich

Die DB ihrerseits warf der GDL „völlig unverantwortliches“ Verhalten vor. DB-Personalvorstand Martin Seiler sagte am Donnerstag, die Tarifverhandlungen seien von der GDL „nicht seriös und ernsthaft“ geführt worden. Stattdessen befinde sich die Gewerkschaft auf einer „Geisterfahrt“, mit der sie Kunden und Mitarbeiter verunsichere.

Seiler verwies auf das Angebot der DB, wonach die Gehälter der Beschäftigten in zwei Schritten um insgesamt 3,2 Prozent steigen sollen. Zudem biete man unter anderem einen erweiterten Kündigungsschutz an. Eine inhaltliche Lösung sei eigentlich „zum Greifen nah“. Der Vorwurf der GDL, die DB habe ihr Angebot mit Gegenforderungen verbunden, sei „schlicht und ergreifend falsch“.

Zudem betreibe die GDL eine „beispiellose Spaltungskampagne“, sowohl zwischen Beschäftigten und Management als auch innerhalb der Belegschaft. Ihr gehe es „um Konkurrenz und Macht, nicht um Prozente und Kündigungsschutz“, kritisierte Seiler vor dem Hintergrund des Streits um die Anwendung des sogenannten Tarifeinheitsgesetzes bei der DB. Er erneuerte seine Forderung an die Gewerkschaft, wieder an den Verhandlungstisch zurückzukehren.

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