Pfalz-Ticker Verband: Über 1000 Prostituierte auf dem Weg nach Rheinland-Pfalz

Die Bordelle in Rheinland-Pfalz müssen weiterhin geschlossen bleiben.
Die Bordelle in Rheinland-Pfalz müssen weiterhin geschlossen bleiben.

Die Entscheidung der rheinland-pfälzischen Landesregierung, die angekündigte Öffnung der Bordelle kurzfristig wieder zurückzunehmen, hat offenbar unerwartete Folgen: Mehr als 1000 Sexarbeiterinnen haben sich nach Angaben des „Unternehmerverbands Erotikgewerbe Deutschland“ (Hannover) bereits auf dem Weg nach Rheinland-Pfalz gemacht. „Es droht eine humanitäre Katastrophe, es ist jetzt ein Notfallplan erforderlich“, sagte am Dienstag Verbandspräsident Holger Rettig.

Die Betriebe dürften die angereisten Sexarbeiterinnen, die überwiegend aus Osteuropa kommen, jetzt aufgrund der Kurskorrektur der Landesregierung nicht mehr aufnehmen. Rettig: „Wo sollen die jetzt unterkommen, wer bezahlt die Heimreise?“ Die Sexarbeiterinnen hätten drei Monate keine Einkünfte gehabt und seien jetzt oft mit ihrem letzten Geld nach Rheinland-Pfalz gekommen.

Die Landesregierung hatte vergangene Woche angekündigt, dass Rheinland-Pfalz als erstes Bundesland ab 10. Juni die Öffnung von Bordellen gestattet. Diese Entscheidung wurde dann aber am Montagabend wieder zurückgenommen.