Pfalz-Ticker Umstrukturierung bis 2023: Sparkasse Vorderpfalz schließt weitere Standorte
Immer mehr Menschen erledigen ihre Bankgeschäfte online. Das spürt auch die Sparkasse Vorderpfalz und zieht jetzt Konsequenzen: Die mit einer Bilanzsumme von 5,4 Milliarden Euro landesweit größte Sparkasse schließt weitere Standorte. Das hat sie am Mittwoch angekündigt. Von aktuell 51 bleiben in ihrem Geschäftsgebiet (Ludwigshafen, Speyer, Rhein-Pfalz-Kreis) bis 2023 nur noch 44 erhalten. Kündigungen schließt Vorstandsvorsitzender Thomas Traue aus.
Besucherfrequenzen in Filialen rückläufig
Sein Haus müsse auf diese Entwicklungen reagieren, betont Traue. „Über alle Kanäle hinweg, ohne Medienbruch und immer mehr in Echtzeit.“ Der 58-Jährige verweist auf entsprechende Analysen der Geschäftsstellen und Standorte. Daraus gehe hervor, dass sich das Kundenverhalten rasant verändere und die Besucherfrequenzen in Filialen rückläufig seien. Digitale Angebote hingegen würden immer stärker genutzt. Die Sparkassen-App etwa werde von Nutzern im Schnitt 200 Mal jährlich aufgerufen. Kunden besuchten 120 Mal im Jahr die Internetfiliale, seien 24 Mal jährlich an Geldautomaten zugange, schauten jedoch nur noch einmal im Jahr bei ihrem Berater in der Geschäftsstelle vorbei. Diese Zahlen könne das Haus nicht ignorieren, sagt Traue: „Einige Standorte lassen sich einfach nicht mehr auf wirtschaftlicher Basis betreiben.“ Verwaltungs- und Personalrat haben der „Restrukturierung“ zugestimmt.
Drei Geschäftsstellen werden aufgegeben
Konkret bedeuten die Einschnitte, dass sieben Geschäftsstellen in SB-Standorte umgewandelt und drei Geschäftsstellen in Ludwigshafen, Schifferstadt und Harthausen sowie sieben SB-Standorte geschlossen werden. Im Gegenzug, betont Traue, investiere die Sparkasse in die „Kundenbeziehung“ und erweitere mit frei werdenden Mitarbeiterkapazitäten die Beratungszeiten. Mit künftig 44 Standorten unterhalte das Haus weiterhin das dichteste Geschäftsstellen- und Geldautomatennetz in der Region. Betriebsbedingte Kündigungen sind laut Traue tabu. An der entsprechenden Dienstvereinbarung werde nicht gerüttelt. Personal soll in erster Linie durch natürliche Fluktuation sowie Altersteilzeitangebote abgebaut werden.
Aktuell liegt die Mitarbeiterzahl bei 910, davon 57 Auszubildende. Zum 31. Dezember 2018 waren es noch 931. Sie verteilen sich auf 762 Stellen (Ende 2018: 774).
Umstrukturierung ab 7. September
Traue zufolge beginnt die Umstrukturierung am 7. September. Sie soll in vier Stufen umgesetzt werden und bis 2023 abgeschlossen sein. Mit der Neuausrichtung sei die Sparkasse für die nächsten Jahre gerüstet, bilanziert Traue. Die Folgen der Pandemie habe sein Haus bisher gut aufgefangen, weil es finanzielle Polster gebildet habe.
Nach Fusion 2013 noch 1133 Beschäftigte
Die Sparkasse Vorderpfalz entstand im Januar 2013 aus der Fusion der Sparkasse Vorderpfalz Ludwigshafen/Schifferstadt mit der Kreissparkasse Rhein-Pfalz und der Kreis- und Stadtsparkasse Speyer. Nach der Fusion hatte die Sparkasse Vorderpfalz noch 1133 Beschäftigte, 62 Standorte und sechs Vorstandsposten (inzwischen drei). Die Anzahl der Privatgirokonten liegt derzeit bei rund 141.000, die der Geschäftsgirokonten bei etwa 13.000.