Wetter Sturm: Tief „Zoltan“: Zugausfälle in ganz Deutschland und umgestürzte Bäume in Rheinland-Pfalz
Am Donnerstagnachmittag ist das Sturmtief „Zoltan“ über Deutschland und damit auch über die Berggipfel der Pfalz hinweggefegt. Das Wetterbüro Klima-Palatina in Maikammer im Kreis Südliche Weinstraße registrierte an seiner Wetterstation auf der Kalmit schwere Sturmböen.
Der Sturm wirbelt die Weihnachtsreisepläne vieler Bahnkunden kräftig durcheinander. Wegen Sturmschäden kommt es am Freitag zu Verspätungen und Zugausfällen im bundesweiten Fernverkehr der Deutschen Bahn, wie die Bahn auf ihrer Internetseite mitteilte. Bahnstrecken im Norden seien besonders stark betroffen. Zu Ausfällen oder Verspätungen könne es auch auf den Verbindungen zwischen Hamburg und Frankfurt sowie Hamburg und München kommen, zudem könnten einige Halte entfallen. In Hamburg soll das Wasser der Elbe am Vormittag wegen der Sturmflut noch höher steigen als zunächst angenommen.
Im Norden von Rheinland-Pfalz entwurzelte der Sturm Bäume, was zu Straßensperrungen führte. Im mehreren Gemeinden im Westerwald fiel der Strom aus.
Der Sturm war auch in der Pfalz durchaus spürbar, am Nachmittag hatten die Polizeidienststellen aber noch keine wetterbedingten Schäden registriert – anders als in Baden-Württemberg, wo die Polizei im Präsidium Karlsruhe Sachschäden dokumentierte und in Baden-Baden die Weihnachtsmärkte im Stadtgebiet vorzeitig geschlossen wurden.
Nach Angaben von Klima-Palatina-Chef Christian Müller entsprachen die Böen an seiner Station der Stärke 10. Er maß Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 100 Kilometer pro Stunde. Auf dem Weinbiet bei Neustadt wurden zeitgleich orkanartige Windböen der Stärke 11 (113 Kilometer pro Stunde) erreicht.
Nach Einschätzung der Meteorologen von Klima-Palatina wird es am Freitag tagsüber wechselhaft mit vielen Regenschauern weitergehen. Dabei soll es erneut stürmisch werden: In den Gipfellagen des Pfälzerwaldes sind erneut teils schwere Sturmböen möglich. Für den Samstag und Heiligabend am Sonntag kündigt sich stark bewölktes und sehr windiges Wetter an; bei 8 bis 10 Grad bleibt es überall schnee- und frostfrei. An den Weihnachtsfeiertagen schwächt sich der Wind dann langsam ab. Zwischen den Jahren dürfte es laut den Meteorologen Regen geben. Echtes Winterwetter ist nicht in Sicht.rhp