Wirtschaft Schwarzfahren im Regionalverkehr trotz Neun-Euro-Ticket

Mancher Fernzug kann auch mal ein Regionalzug sein. Doch gilt hier nicht immer auch das Neun-Euro-Ticket.
Mancher Fernzug kann auch mal ein Regionalzug sein. Doch gilt hier nicht immer auch das Neun-Euro-Ticket.

Mit dem Regio in die Arbeit oder nach Sylt – All das geht nun mit dem Neun-Euro-Ticket. Aber nicht überall, wo Regionalzug drauf steht, gilt dieser Fahrschein auch.

Bundesweit alle Regionalzüge nutzen können – damit wirbt die Bundesregierung für das Neun-Euro-Ticket, das seit 1. Juni gültig ist. Doch Regionalzug ist nicht gleich Regionalzug und im schlimmsten Fall wird man unbeabsichtigt zum Schwarzfahrer.

Der entscheidende Punkt ist nicht, als was für eine Zugart (also RE, RB, oder IC) die Verbindung ausgewiesen ist, sondern wer ihn betreibt. Das Neun-Euro-Ticket gilt laut DB AG in allen Zügen der Regionalverkehrsparte der DB AG, DB Regio, oder einem anderen privaten Verkehrsunternehmen, das Regionalzüge betreibt – beispielsweise Abellio oder Goahead.

Wenn der IC zum Regio wird

Die Ausnahmefälle kommen dann zustande, wenn Fernverkehrszüge, etwa von DB Fernverkehr, für einen Teil ihrer Fahrt auch als Regionalzüge ausgewiesen werden. Dort ist das Neun-Euro-Ticket nicht automatisch gültig, da laut DB AG die Bundesländer dafür individuelle Vereinbarungen mit der DB schließen. Das bedeutet, dass je nach Bundesland zwar Fernverkehrszüge auch mit Regionaltickets benutzt werden dürfen, aber nicht mit dem 9-Euro-Ticket.

Auf Anfrage teilt die Bahn mit, dass es im Moment auf zwei IC-Verbindungen gültig ist: in Baden-Württemberg zwischen Stuttgart und Singen/Konstanz sowie in Nordrhein-Westfalen zwischen Letmathe und Dillenburg. Mit anderen Bundesländern würden aktuell Gespräche über solche Angebote laufen. In Rheinland-Pfalz sei es aktuell aber nicht der Fall, dass überhaupt Fernverkehrszüge auch zu Nahverkehrstarifen genutzt werden können.

Verbindungsdetails prüfen

Fernzüge, die auch mit Regionalzugtickets genutzt werden können, erkennen Fahrgäste daran, dass sie mit zwei Zugnummern ausgewiesen sind. Beispielsweise im Fall des IC von Stuttgart nach Zürich ist der Zug zwischen Stuttgart und Singen sowohl als RE als auch als IC ausgewiesen. Die App zeigt dann folgende Zugnummer an: IC 2385 / RE 87. Klappt man die Verbindungsdetails auf, findet man zudem den Vermerk, dass in diesem Zug aktuell das Neun-Euro-Ticket gültig ist. Beim IC 2177 / RE 17 zwischen Berlin und Elsterwerda hingegen wird vermerkt, das hier das Neun-Euro-Ticket nicht gültig ist.

Wer also längere Strecken mit dem Neun-Euro-Ticket zurücklegen möchte, sollte die Zugverbindungen genau prüfen. Denn auch bei Umsteigeverbindungen wird die Doppelbezeichnung eines Zuges vermerkt – beispielsweise mit IC / RE.

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