Raubüberfälle Reemtsma-Entführer Drach an Deutschland ausgeliefert

2013: Thomas Drach verlässt nach 15-jähriger Haft das Gefängnis Hamburg-Fuhlsbüttel im Auto seines Anwalts.
2013: Thomas Drach verlässt nach 15-jähriger Haft das Gefängnis Hamburg-Fuhlsbüttel im Auto seines Anwalts.

Der frühere Reemtsma-Entführer und mutmaßliche Räuber Thomas Drach ist am Dienstag von den Niederlanden an Deutschland ausgeliefert und in Köln inhaftiert worden. Der Beschuldigte sei mit einem Helikopter in die Justizvollzugsanstalt Köln geflogen worden, teilte Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer mit. Drach befinde sich nun in Untersuchungshaft. „Mit dem Abschluss der staatsanwaltlichen Ermittlungen wird binnen der nächsten Monate zu rechnen sein“, sagte Bremer.

Am vergangenen Dienstag hatte ein Gericht in Amsterdam Drachs Auslieferung nach Deutschland gebilligt. Der 60-Jährige war vor zehn Wochen in der niederländischen Hauptstadt festgenommen worden. Er steht unter dem dringenden Verdacht, drei Raubüberfälle begangen zu haben.

Der in Erftstadt bei Köln geborene Drach soll mit Komplizen 2018 und 2019 drei Überfälle auf Geldtransporter in Köln und Frankfurt begangen haben. Bei einem Überfall wurde ein Wachmann schwer verletzt. Jahrelang fehlte aber jede Spur von den Tätern.

Drach hatte 1996 mit Komplizen den Hamburger Erben der Tabak-Dynastie, Jan Philipp Reemtsma, entführt. Das Opfer wurde nach 33 Tagen wieder freigelassen – gegen umgerechnet rund 18 Millionen Euro Lösegeld. Drach wurde später gefasst und zu vierzehneinhalb Jahren Gefängnis verurteilt.

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