Landau Polizei verfolgte Schleuser von Passau bis nach Landau

In Landau wurde ein Verdächtiger festgenommen.
In Landau wurde ein Verdächtiger festgenommen.

In Landau und Wien ist der Bundespolizei ein Schlag gegen eine europaweit agierende Schleuserbande gelungen. Unter anderem wurden eine Schusswaffe und Bargeld sichergestellt. Zudem klickten die Handschellen.

Von Julian Laber

In der Südpfalz hat die Bundespolizei am Donnerstag einen mutmaßlichen Drahtzieher einer europaweit agierenden Schleuserbande festgenommen. Das teilen die verantwortlichen Beamten aus Passau in Bayern mit. Eine zweite mutmaßliche Organisatorin sei in Wien verhaftet worden.

Der Oberstaatsanwalt Walter Feiler aus Passau teilt auf Anfrage mit, dass in Landau am Donnerstag zwei Wohnungen durchsucht worden seien. Man habe eine Schreckschusswaffe, Bargeld und Wertgegenstände sichergestellt. Es seien keine Geflüchteten vor Ort untergebracht gewesen.

Auf TikTok Werbung gemacht

Insgesamt seien bei der Aktion in Wien und Landau vier Wohnungen durchsucht worden. In Österreich seien die Beamten auf 16 Geflüchtete gestoßen, die in einer Wohnung auf ihre Weiterschleusung nach Deutschland gewartet hätten, heißt es in der Polizei-Pressemitteilung. Insgesamt wurden Geld und Schmuck im Wert von über 15.000 Euro gefunden. Für ihr Geschäftsmodell hätten die beiden Festgenommenen etwa auf der Internetplattform Tiktok geworben.

Dem 30-jährigen Verdächtigen in Landau waren die Ermittler in Bayern aufgrund von Kontrollen an der Grenze zu Österreich auf die Schliche gekommen. „An der A3 bei Passau gibt es noch stationäre Kontrollen“, sagt der Passauer Oberstaatsanwalt Walter Feiler auf Anfrage. Von dort habe sich eine Spur in die Südpfalz ergeben. Der mutmaßliche Schleuser befinde sich nun in Untersuchungshaft. Er wird wohl nach Bayern gebracht, sagt Feiler.

In der Pressemitteilung der Bundespolizei Passau heißt es, dass die Ermittler erstmals im Mai 2022 auf die Gruppe gestoßen seien. Dieser sei die Beteiligung an 20 Einschleusungen von etwa 100 Migranten nachgewiesen worden. Insgesamt säßen neun festgenommene mutmaßliche Schleuser in Untersuchungshaft. Über diese Verhafteten sei man auch an die Personen im Hintergrund gekommen. Die Bande habe unter teils lebensgefährlichen Bedingungen Menschen transportiert, etwa auf Ladeflächen oder im Kofferraum von Fahrzeugen. Bundespolizei und Staatsanwaltschaft gehen derzeit von einem erwirtschafteten Gewinn von über 250.000 Euro aus.

Der Podcast Alles Böse startet wieder mit neuen Kriminalfällen aus der Pfalz.

Kennen Sie schon unseren Crime-Podcast?

Welche Verbrechen werden in der Pfalz begangen? Welche Straftäter sind noch auf der Flucht? Über konkrete Kriminalfälle von heute und aus der Vergangenheit berichten Victoria Fuchs und Uwe Renners im True-Crime-Podcast "Alles Böse".

An dieser Stelle finden Sie Umfragen von Opinary.

Um Inhalte von Drittdiensten darzustellen und Ihnen die Interaktion mit diesen zu ermöglichen, benötigen wir Ihre Zustimmung.

Mit Betätigung des Buttons "Fremdinhalte aktivieren" geben Sie Ihre Einwilligung, dass Ihnen Inhalte von Drittanbietern (Soziale Netzwerke, Videos und andere Einbindungen) angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an die entsprechenden Anbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät notwendig. Mehr Informationen und eine Widerrufsmöglichkeit finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

x