Mainz Kita-Fachkräfte fordern mehr Personal und kleinere Gruppen

Die frühkindliche Bildung und Betreuung erfolge bislang noch „weitab von Mindeststandards für eine gute pädagogische Qualität“,
Die frühkindliche Bildung und Betreuung erfolge bislang noch »weitab von Mindeststandards für eine gute pädagogische Qualität«, erklärte der Kita-Fachkräfteverband.

Der Kita-Fachkräfteverband in Rheinland-Pfalz hat sich mit Blick auf die laufende Regierungsbildung für mehr Personal und kleinere Gruppen in den rund 1600 Kindertagesstätten des Landes ausgesprochen. Die frühkindliche Bildung und Betreuung erfolge bislang noch „weitab von Mindeststandards für eine gute pädagogische Qualität“, erklärte der Verband am Dienstag mit Blick auf die Ergebnisse des Ländermonitors der Bertelsmann-Stiftung vom vergangenen Jahr.

Die Fachkräfte in den Kindertagesstätten erlebten seit Jahren, „dass die Aufgaben der Kitas ständig wachsen, die erforderlichen personellen und räumlichen Ressourcen aber nicht adäquat angepasst werden“, kritisierte der Verband. „Seit Jahren nimmt der Druck zu, wir können den Bedürfnissen der Kinder in den verschiedenen Altersgruppen immer weniger gerecht werden.“

In Anlehnung an die wissenschaftlichen Empfehlungen der Bertelsmann-Stiftung fordert der Verband einen nach Alter gestaffelten Personalschlüssel. Bei den ganz Kleinen unter einem Jahr sollte sich eine Fachkraft um zwei Kinder kümmern, bei den Ein- bis Dreijährigen sollten es drei Kinder je Erzieherin oder Erzieher sein. Für Kinder von drei bis sechs Jahren wird ein Schlüssel von 1:7,5 gefordert.

Große regionale Unterschiede

Der Ländermonitor der Bertelsmann-Stiftung ergab für Rheinland-Pfalz nach Daten von 2019 rein rechnerisch ein Verhältnis von 3,7 Kindern auf eine Fachkraft in der Krippe und von 8,6 im Kindergarten für die über Dreijährigen. Dabei wurden innerhalb von Rheinland-Pfalz große regionale Unterschiede festgestellt.

Mit dem 2019 erneuerten Kita-Gesetz gibt das Land den Rahmen für die Arbeit in den Tagesstätten vor. Die Bedingungen vor Ort zu gestalten, ist aber Sache der Träger wie Kommunen, Kirchen oder Wohlfahrtsverbände. Das Gesetz regelt unter anderem einen verbesserten Personalschlüssel. Die Bestimmungen zum neuen Personalisierungssystem, zum Rechtsanspruch auf eine siebenstündige Betreuung mit Mittagessen und ein neues Sozialraumbudget für die Kita-Sozialarbeit oder interkulturelle Fachkräfte treten zum 1. Juli in diesem Jahr in Kraft.