Rheinland-Pfalz Großrazzia wegen Schwarzarbeit und Schleusung: Pfälzer als Kopf der Bande im Verdacht
[Aktualisiert 14.26 Uhr] Bei einer Razzia gegen Schwarzarbeit, gewerbsmäßige Schleusung und Urkundenfälschung haben rund 1500 Einsatzkräfte am Mittwochmorgen insgesamt 60 Wohnungen, Geschäftsräume und Arbeitnehmerunterkünfte in fünf Bundesländern durchsucht. Schwerpunkte seien mit 27 Objekten Rheinland-Pfalz sowie Baden-Württemberg mit 23 Objekten gewesen, teilten die Bundespolizei Koblenz, das Hauptzollamt Saarbrücken sowie die Staatsanwaltschaft Kaiserslautern mit.
In der Pfalz gab es nach Angaben eines Sprechers der Bundespolizei Frankfurt Durchsuchungen in Bad Dürkheim, Pirmasens, Speyer, Germersheim und Speyer – darüber hinaus auch in Mainz und Worms. Laut Polizeibericht steht ein 48-jähriger Mann aus der Südpfalz als Kopf einer Tätergruppierung im Verdacht. Er soll demnach mit seiner Personalvermittlungsfirma über 300 Staatsangehörige aus Nicht-EU-Staaten mit falschen europäischen Ausweisdokumenten ausgestattet und nach Deutschland eingeschleust zu haben.Umfangreiches Beweismaterial sichergestellt
Die Geschleusten sollen dann als Leiharbeiter an Firmen in verschiedenen Branchen wie Logistik und Abfallwirtschaft weitervermittelt worden sein. Wie Polizei und Staatsanwaltschaft mitteilen, wird zurzeit gegen insgesamt 17 Personen wegen des Verdachts des gewerbsmäßigen Einschleusens von Ausländern, der Urkundenfälschung, des Vorenthaltens und Veruntreuens von Arbeitsentgelt sowie der Steuerhinterziehung ermittelt.
Bei den Dursuchungen seien insbesondere Firmenunterlagen/-aufzeichnungen, diverse Speichermedien wie Laptops und Smartphones sowie gefälschte Ausweisdokumente sichergestellt worden.
Laut Polizei wurden nicht nur Objekte von Tatverdächtigen durchsucht, sondern auch von Zeugen. Darunter fallen demnach zum Beispiel auch Unternehmen, die ohne das Wissen über kriminelle Machenschaften die Dienste der Personalvermittlungsfirma in Anspruch genommen haben könnten.