Ludwigshafen / Mainz Gräfenauschule: Land will unterstützen, mehr Lehrer gibt es nicht

An dieser Schule haben 98 Prozent der Kinder einen Migrationshintergrund, manche Eltern entziehen sich ihrer Verantwortung, viel
An dieser Schule haben 98 Prozent der Kinder einen Migrationshintergrund, manche Eltern entziehen sich ihrer Verantwortung, viele Kinder können kaum oder nur schlecht Deutsch.

Die Gräfenaugrundschule in Ludwigshafen, die wegen der hohen Quote an Kindern mit mangelnden Deutschkenntnissen in die Schlagzeilen geraten ist, wird von der rheinland-pfälzischen Landesregierung weiterhin keine Akut-Hilfe oder mehr Lehrkräfte bekommen. Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) kündigte am Donnerstag im Bildungsausschuss des Landtags jedoch an, dass die Schule Teil eines geplanten Pilotprojekts zum Aufbau von Familien-Grundschulzentren werden könnte. Durch solche Zentren sollen Eltern stärker mit der Schule vernetzt werden – etwa durch Sprachkurse für sie sowie Sport- und Kulturangebote oder Schuldnerberatung. Indirekt sollen so vor allem Kinder aus bildungsfernen Familien bessere Chancen bekommen. Früheren Ankündigungen zufolge war Ludwigshafen nicht als Pilotstandort vorgesehen, dafür aber Koblenz und Wittlich. Rheinland-Pfalz richtet in diesem Jahr an neun Grundschulen in drei Städten Familiengrundschulzentren ein. Die Stadt Kaiserslautern hat das Projekt aus finanziellen Gründen gekippt. Auch die Stadt Ludwigshafen hat kein Geld, das Projekt dort ist noch lange nicht geklärt.

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Die Gräfenauschule war bundesweit Thema in den Medien, nachdem die Schulleitung dort öffentlich gemacht hatte, dass man hier „am Limit“ sei und dass 40 von 126 Erstklässern voraussichtlich das Schuljahr wiederholen müssen. Die Oppositionsfraktionen im Landtag, CDU, Freie Wähler und AfD, hatten Antworten von der Regierung dazu im Ausschuss gefordert, wie sie das Problem in den Griff bekommen will.

Die Ludwigshafener CDU-Landtagsabgeordnete Marion Schneid zeigte sich nach der Sitzung im Gespräch mit der RHEINPFALZ enttäuscht. „Es ist verheerend, einfach alles laufen zu lassen“, sagte sie. Sie forderte mehr Geld, mehr Unterstützung, mehr Lehrkräfte für die Gräfenauschule. „Aber solche Probleme haben wir nicht nur hier in Ludwigshafen oder an dieser Schule.“ Schulen mit solchen Problemen bräuchten die „Doppelbesetzung in der ersten Klasse oder halb so große Klassen“. Damit zwei Lehrkräfte unterrichten können oder nur etwa zwölf Kinder zu unterrichten seien. Der Leiter der Schulbehörde ADD, Thomas Linnertz, rechnete im Bildungsausschuss vor, dass eine „Doppelbesetzung“ an der betroffenen Schule im Stadtteil Hemshof nur „punktuell“ mit dem vorhandenen Personal machbar sei.

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