Speyer Feuerwehr: „Freiwillige immer schwerer zu gewinnen“

Ist auf Ehrenamtliche angewiesen: die Feuerwehr.
Ist auf Ehrenamtliche angewiesen: die Feuerwehr.

Die Stadtpolitik gibt 50.000 Euro für die Fortschreibung des Feuerwehrbedarfsplans frei. Sie erhofft sich daraus Erkenntnisse, wie sie aktuelle Baustellen der Feuerwehr schließen kann. Die bisherige Planung stamme von 2014, so Brand- und Katastrophenschutzinspekteur Peter Eymann. Seither habe sich viel getan. Das Problem, dass die Wehr längst nicht wie gefordert bei mindestens 90 Prozent der Einsätze innerhalb von acht Minuten neun Einsatzkräfte vor Ort hat, bestehe aber fort. Die Quote habe sich von nur acht Prozent auf 25 bis 30 Prozent verbessert, aber das sei immer noch viel zu wenig.

Das neue Gerätehaus in Speyer-Nord werde die Lage zwar etwas entspannen, „aber auch das wird uns nicht über 50 Prozent bringen können“, so Eymann. Eine Lösung könnte in mehr haupt- und ehrenamtlichen Kräfte bestehen, wurde angedeutet. Die Feuerwehr ist auf das Ehrenamt angewiesen, arbeitet aber ergänzend mit Hauptamtlichen. Freiwillige zu gewinnen, werde immer schwerer.

Der Wehrleiter bedauerte, dass auch die Eröffnung des Gerätehauses Nord vor einem Vierteljahr nicht den erhofften Schub gebracht habe. Von den 100 Ehrenamtlern rückten 25 jetzt von Nord aus, das seien keine „Neuen“. Es werde nicht aufgehört zu werben, kündigte Eymann an – und erhielt Rückhalt im Hauptausschuss. Mehrere Politiker inklusive Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler (SPD) plädierten für ein soziales Pflichtjahr für alle Bürger, von dem auch die Feuerwehr profitieren würde.

Die CDU-Fraktion rückte von ihrer Bitte, die neue Bedarfsplanung um ein Jahr zu verschieben, ab. Eymann hatte ihre Bedenken, dass die Inbetriebnahme des Gerätehauses Nord noch zu frisch sei, um belastbare Zahlen zu haben, entkräftet: Der Auftrag werde ohnehin erst in der zweiten Jahreshälfte 2024 vergeben, dann lägen Daten für ein ganzes Jahr vor.

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