Verbraucher Ferrero, Milka und Co.: Sind Insekten in Süßigkeiten enthalten?
Seit Januar sind vier Insekten in der EU als Lebensmittel zugelassen, darunter auch Grillen. Insekten werden in vielen Teilen der Welt regelmäßig gegessen, sie sind eine alternative Proteinquelle. In Deutschland hat die mögliche Verarbeitung der Krabbeltiere nicht nur im Internet jedoch für jede Menge Wirbel gesorgt. Dabei ist die Verarbeitung von Insekten in Lebensmitteln auch hierzulande nichts neues. Schon seit Jahren sind Bestandteile der Tiere in beliebten Lebensmitteln enthalten – oft unerkannt.
So enthalten beispielsweise einige Produkte des beliebten italienischen Süßigkeitenherstellers Ferrero Insekten – oder besser: Teile ihrer Ausscheidungen. In Kinder Schoko Bons zum Beispiel steckt der Lebensmittelzusatzstoff „E 904“, auch bekannt als Schellack. Schellack ist ein Sekret der Lackschildläuse, das sich als Harz auf dem Wirtsbaum der Läuse ablagert und zur Gewinnung abgekratzt wird. Danach wird das Sekret zerkleinert und bis zur Lebensmittelqualität gereinigt.
Farbstoff aus der Laus
Gesundheitlich ist Schellack völlig unbedenklich. Allerdings dürfen Produkte, die es enthalten, nicht als vegetarisch und vegan gekennzeichnet werden, da es sich um ein tierisches Produkt handelt. Wer es noch nicht wusste: Auch in Produkten von Milka und Mentos ist beispielsweise Schellack enthalten.
Es ist aber nicht das einzige „Produkt“ der Krabbeltiere, das bereits seit langem in Süßigkeiten verarbeitet wird. Andere Produkte wie beispielsweise die Glühwürmchen von Trolli oder M&M’s enthalten den tierischen Farbstoff roter Karmin, mit der Kennung „E 120“. Um ihn zu gewinnen, werden Schildläuse getrocknet und ausgekocht.