Berlin Ehemaliger Spitzensportfunktionär Tröger gestorben
Das Attentat am 5. September 1972 auf die Olympischen Spiele in München war die wohl größte Herausforderung in der jahrzehntelangen Sportfunktionärskarriere von Walther Tröger. Als Bürgermeister des olympischen Dorfes verhandelte er mit den palästinensischen Terroristen, die israelische Athleten, Trainer und Kampfrichter als Geisel genommen hatten. „Ich war bis zum Schluss dabei“, berichtete Tröger, der am Mittwoch im Alter von 91 Jahren starb, später. „Meine Aufgabe war es, die Ultimaten immer wieder zu verlängern.“ Bei dem Anschlag kamen 17 Menschen ums Leben.
Wie seine Familie mitteilte, ist Tröger aus „alterbedingten Ursachen“ friedlich gestorben. Der Sohn Wolfram Tröger und seine Tochter Sabine Groß würdigten ihn als einen Menschen, der „sein Verantwortungsbewusstsein, seine Entscheidungsklarheit, Menschlichkeit und Zuverlässigkeit“ sein Leben lang im Dienste des deutschen und internationalen Sports einsetzte.