Ludwigshafen BASF rechnet ohne zweiten Lockdown mit Erholung im vierten Quartal
In der Corona-Krise setzt der Chemiekonzern BASF weiter auf eine Erholung im Schlussquartal. „Der Oktober läuft bisher so, wie wir ihn uns vorstellen“, sagte Vorstandschef Martin Brudermüller am Mittwoch in Ludwigshafen. Das Dax-Unternehmen bestätigte bei der Vorlage der Zahlen für das dritte Quartal die jüngst ausgegeben Jahresziele. Damit peilt BASF weiter einen Umsatz von 57 bis 58 Milliarden Euro an, nach 59,3 Milliarden Euro im Vorjahr. Der operative Gewinn vor Sondereinflüssen dürfte sich auf 3 bis 3,3 Milliarden Euro belaufen (2019: 4,6 Milliarden).
BASF plant ohne Lockdowns
In der Prognose unterstellt BASF indes, dass es nicht zu erneuten starken Einschränkungen wie etwa „Lockdowns“ kommt. Zuletzt sind die Corona-Infektionen in Deutschland und europaweit stark gestiegen. An diesem Mittwoch berät Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder über schärfere Maßnahmen.
Im dritten Quartal schrumpfte der BASF-Umsatz wegen der Folgen der Pandemie um fünf Prozent auf 13,8 Milliarden Euro gemessen am Vorjahreszeitraum. Der Konzern musste Wertberichtigungen und Rückstellungen von 2,8 Milliarden Euro vornehmen. Daher wies BASF von Juli bis September einen Verlust vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 2,6 Milliarden Euro aus. Rechnet man den negativen Effekt heraus, erzielte BASF einen operativen Gewinn von 581 Millionen Euro nach etwas mehr als einer Milliarde Euro im Vorjahr. Nach Steuern und Anteilen anderer Gesellschafter blieb ein Verlust von 2,1 Milliarden Euro nach einem Gewinn von 911 Millionen Euro ein Jahr zuvor.
Sorgenfalten mit Blick auf Autobranche
BASF bereitet das Coronavirus und die schwache Nachfrage der Autobranche seit Monaten Sorgen. Zuletzt verschärfte der Konzern noch einmal seinen Sparkurs. Bis zu 2000 Stellen weltweit will das Unternehmen bis Ende 2022 abbauen. Mit den Stellenstreichungen will BASF von 2023 an mehr als 200 Millionen Euro jährlich einsparen.