Neustadt Zwei Tonnen in zehn Tagen

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Deidesheim. Friederike Zeit ist zufrieden: „Für mich ist es eine der schönsten Veranstaltungen innerhalb der vergangenen zehn Jahre“, sagt die Initiatorin des Deidesheimer Künstlersymposiums „Intonation“. Seit einer Woche arbeiten dabei wieder sieben Keramikkünstler aus fünf Nationen zusammen. An diesem Wochenende präsentieren sie ihre künstlerischen Ergebnisse.

Wie schon in den Vorjahren sind die Schauplätze der „Intonation“ verteilt – in diesem Jahr nicht nur auf das Atelier der Galerie Friederike Zeit und die ehemalige Synagoge, sondern auch auf das sonst nicht öffentlich zugängliche Kellergewölbe im Deidesheimer Schloss. Dort arbeitet Christoph Möller alleine an einer großformatigen Installation, die den Charakter des sakral anmutenden Raums in Dialog stellen will mit dem Arrangement seiner Objekte, die mal von innen getrieben, mal von außen wachsend erscheinen. Die Dynamik, die einerseits aus den immer neu hinzukommenden Teilen und deren immer neuer Zusammenstellung im Raum entsteht, verleiht seinem Projekt einen ephemeren Charakter. Verstärkt wird dieser Eindruck dadurch, dass Möller seine Objekte nicht brennt, sondern lufttrocken lässt. Vom Keller zurück ans Tageslicht geht es weiter in die Werkstatt von Friederike Zeit, wo die Gastgeberin mit dem Südkoreaner Sunbin Lim und dem Norweger Svein Narum arbeitet. Zeit beschäftigt sich aktuell mit zugleich futuristisch und morbide anmutenden Architekturformen in zurückhaltender Farbigkeit, spielt mit dem Reiz sich verändernder Oberflächen, Narum arbeitet an der Fortsetzung seines Projekts mit sinnlichen Behältern, und Lim schafft wabenartige Objekte mit spannenden Innen- und Außenansichten. Weiter geht’s in die ehemalige Synagoge, die sich der Spanier Juan Ortí, die Griechin Theodora Chorafas und der Niederländer Joop Haring teilen. Hier treffen die handwerklich perfekt ziselierten Silo- und Container-Arrangements des Spaniers auf die organisch anmutenden Objekte der Griechin und die teils wuchtig wirkenden Bauten des Niederländers – wiederum drei höchst unterschiedliche Spielarten des Umgangs mit dem Material Ton. Drei spannende Plätze also bietet die diesjährige „Intonation“, Plätze auch, an denen im besten Wortsinne etwas bewegt wurde: Über zwei Tonnen Ton werden die sieben Künstler am Schluss ihrer zehntägigen Zusammenarbeit verarbeitet haben, sagt Gastgeberin Zeit. Doch auch über den zwischenmenschlichen Aspekt hinaus hat die „Intonation“ für Kunstinteressierte zahlreiche Kleinodien zu bieten, was sich in der Vergangenheit ganz offensichtlich herumgesprochen hat: Etliche Besucher – darunter viel Fachpublikum – hätten in dieser Woche die „offene Werkstatt“ besucht , den Dialog mit den Künstlern aufgenommen und auch durchaus eingekauft, berichtet Friederike Zeit. .

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