Neustadt
Zwei neue Weinlegenden
Seit 2016 küren die Stadt und der Weinfachverlag Meininger jedes Jahr zwei Winzer zu Weinlegenden. Dafür gibt’s zum einen eine Urkunde und zum anderen eine Bronzeplatte in der Fußgängerzone. Acht solcher Platten sind in den vergangenen Jahren auf dem Weg vom Saalbau Richtung Rathaus verlegt worden. 2020 musste wegen Corona eine Zwangspause eingelegt werden. Doch am Dienstag folgten in der Kellereistraße die Tafeln Nummer neun und zehn. Der Weg der Weinlegenden nimmt damit immer konkretere Konturen an.
Das sei extrem wichtig, betonte Beigeordneter Bernhard Adams beim kleinen Festakt im Casimirianum. Adams vertrat Oberbürgermeister Marc Weigel, der wegen eines Corona-Kontakts vorsorglich kurzzeitig in Quarantäne war. „Wir sind sehr froh über diese Initiative“, dankte Adams dem Meininger-Verlag, der im Saalbau auch gerade Gastgeber der Messe „Meiningers Finest 100“ ist. Für Adams ist Neustadt die „heimliche Weinhauptstadt Deutschlands“: Alles, was dafür getan werde, dieses Image zu stärken, sei wichtig.
„Typische Mineralität“
Geschäftsführer Christoph Meininger war sehr froh, nach dem Ausfall 2020 nun „zwei unglaubliche Preisträger“ begrüßen zu können. In ihrer Laudatio hob Alexandra Wrann, ab Januar neue Chefredakteur der „Weinwirtschaft“, die Arbeit im Weingut J. J. Prüm (Mosel) hervor. Dieses stehe seit 1911 für „spannende und vielfältige Weine“, bei denen die „typische Mosel-Mineralität“ hervorsteche, betonte Wrann. Katharina Prüm führt das Weingut in vierter Generation. Sie freute sich sehr über die Auszeichnung und meinte mit Blick in die Pfälzer Runde: „Auch die Mosel ist eine Reise wert.“
Die zweiten Geehrten waren nicht selbst in Neustadt: Vertreter der Domaine Leflaive aus Puligny-Montrachet in Burgund (Frankreich). Für sie nahm Rudolf Knickenberg von der Schlumberger Vertriebsgesellschaft die Auszeichnung entgegen. Laudator Christoph Nicklas („Weinwelt“) bezeichnete die Domaine Leflaive als eines der „bedeutendsten Weingüter in Burgund“. Sie sei vor allem für Chardonnay berühmt. Knickenberg verwies auf die 28-jährige Zusammenarbeit mit dem Weingut und dass dieses ein Pionier in Sachen nachhaltigem Anbau in Frankreich gewesen sei.
Nach Reden, Urkundenverleihung und einem Schluck Sekt ging es zur Enthüllung der Bronzeplatten. Dabei zeigte sich, dass auch Legenden improvisieren müssen: Am einen Standort stand ein Paketdienst-Lieferwagen und am anderen war Ladendekoration im Weg. Beides sorgte für Lacher und konnte rasch geregelt werden, sodass Neustadt nun ganz offiziell zwei neue Weinlegenden hat.
Stichwort: Die Weinlegenden
2016: Bettina Bürklin-von Guradze, Weingut Dr. Bürklin-Wolf in Wachenheim, und Pablo Álvarez, Weingut Vega Sicilia im spanischen Ribera del Duero.
2017: Steffen Christmann, Weingut A. Christmann in Gimmeldingen, und Michel Chapoutier, Weingut M. Chapoutier aus dem französischen Tain L’Hermitage.
2018: Julia und Klaus Peter Keller, Weingut Keller in Flörsheim-Dalsheim, und Pricilla Incisa della Rochetta, Weingut Tentua San Guido in Bolgheri/Toskana.
2019: Julian Huber, Weingut Bernhard Huber in Malterdingen, und David Amadia, Weingut Ridge Vineyards in Cupertino/USA.
2021: Domaine Leflaive aus Puligny-Montrachet, Burgund, und das Weingut J. J. Prüm, Mosel.

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