Fußball RHEINPFALZ Plus Artikel Zuschauer, Zeitstrafen und was noch in der Bezirksliga abgeht

Nachbesprechung (von links): Klaus Karl, Vorsitzender Verbandsspielausschuss, Ralf Jäger, Schiriobmann Südpfalz, Klaus Rings, Vo
Nachbesprechung (von links): Klaus Karl, Vorsitzender Verbandsspielausschuss, Ralf Jäger, Schiriobmann Südpfalz, Klaus Rings, Vorsitzender Rhein-Pfalz-Kreis, und Staffelleiter Rüdiger Werling.

In der Fußball-Bezirksliga könnte die Zielgröße von 16 Mannschaften wieder erreicht werden. Das Fair-Play-Schlusslicht fehlt bei der Rundenbesprechung in Erlenbach.

Mit völlig unterschiedlichen Zielsetzungen starten die vier Mannschaften des Fußballkreises Rhein-Mittelhaardt in die am 23. Februar beginnende Restrückrunde der Bezirksliga Vorderpfalz. Dies verdeutlichen die Statements der Vereinsvertreter am Rande der Wintertagung der Liga in Erlenbach.

Zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt kam die Winterpause für den SV Geinsheim. Die Blau-Schwarzen katapultierten sich mit einer Serie von zehn Siegen in Folge vom vorletzten auf den dritten Tabellenplatz. Der Rückstand auf das punktgleiche Führungsduo FC Speyer 09/ASV Fußgönheim beträgt bei einem Spiel weniger nur noch sieben Punkte. Trainer Rudi Brendel, er geht ab Sommer in sein 21. Jahr im „Wäldchen“, gibt sich zurückhaltend: „Natürlich wollen wir gleich wieder an die Serie anknüpfen. Wir können aber befreit aufspielen, unsere junge Mannschaft hat keinerlei Aufstiegsdruck. Wir schauen einfach, was am Ende rauskommt.“ Sein Titelfavorit kommt aus der Domstadt.

„Können nicht immer vier Tore erzielen“

Beim Tabellenfünften TSG Deidesheim endete im Dezember eine Ära, nach fast einem Jahrzehnt wechselte Trainer Danko Boskovic zum FK Srbija Mannheim in die Landesliga Rhein-Neckar. Sein Nachfolger Martin Kremer coachte bis zum November 2023 den Landesligisten TSG Jockgrim. Spielleiter Vincent Waldmann: „In den nächsten Monaten wollen wir neue Ideen und Abläufe einstudieren, um dann als eingespieltes Team oben anzugreifen.“ Zudem wünscht er sich weniger Leistungsschwankungen, als Beispiel nennt er die 0:1-Heimniederlage gegen den TuS Altrip nach dem 1:0-Sieg beim Spitzenreiter ASV Fußgönheim.

Der TuS Niederkirchen überwintert mit 56 Gegentoren auf dem ersten möglichen Abstiegsplatz. Fußballboss Sven Ohlinger: „Wir können nicht jede Partie vier Tore erzielen, um ein Spiel zu gewinnen. In der Schlussphase fehlten oft die Körner. Das führte zu Gegentoren nach Fehlern im Spielaufbau. Daran müssen wir arbeiten.“ Trainer Dennis Will hat ligaunabhängig verlängert.

Schlusslicht offensiv verstärkt

Der FC 08 Haßloch ist Schlusslicht, der Rückstand zum rettenden Ufer beträgt vier Punkte. Spielleiter Helge Walburg: „Wir versuchen mit aller Kraft, dass Haßloch weiter im höherklassigen Fußball vertreten ist. Wir haben einfach zu wenig Tore geschossen.“ Drei neue Offensivkräfte sollen das ändern. Vom TuS Maikammer kehrte der 37-jährige kopfballstarke Routinier Patrick Coenen an die Adam-Steigerwald-Straße zurück. Weitere Optionen sind Elias Ben Taher vom Ligarivalen TuS Dirmstein und Destiny Agbonghae (SG Bobenheim/Roxheim).

Staffelleiter Rüdiger Werling rechnet mit weniger als sechs Absteiger, damit könnte erstmals seit vielen Jahren wieder die Zielgröße von 16 Mannschaften erreicht werden. Der Büchelberger hat sich nach einer schweren Herzoperation wieder zurückgekämpft, während der dreimonatigen Pause vertrat ihn der Rhein-Pfalz-Kreisvorsitzende Klaus Rings (Freinsheim). Von den 33 Roten Karten (26 für Spieler und sieben für Teamoffizielle) entfielen alleine sieben auf Fair-Play-Schlusslicht TuS Dirmstein, das als einziger Verein unentschuldigt fehlte. Ohne Platzverweise und Zeitstrafen kamen drei Teams aus: TuS Schaidt, VTG Queichhambach und FV Freinsheim.

Kritik an Schiris

Die Anzahl der Zeitstrafen (73) stieg deutlich an. Im Titelkampf rechnet Werling mit einem Zweikampf zwischen dem ASV Fußgönheim und dem FC Speyer 09, der die meisten Fans (162 im Schnitt) begrüßen durfte. Kritik gab es an den Unparteiischen aus Nordbaden. Markus Wien (SV Erlenbach) berichtete: „Die meisten verzichten auf die bei uns vorgeschriebene Passkontrolle. Zwei haben vor den Spielen angekündigt, dass sie auf Zeitstrafen verzichten, weil es das im Kreis Karlsruhe auch nicht gibt.“ Holger Lorfing (TuS Mechtersheim II) kritisierte das späte Rundenende am 1. Juni: „Die Spieler haben nur sechs Wochen Regenerationszeit, warum fangen wir nicht schon Mitte Februar wieder an?“. Gastgeber Albrecht Kaufmann entgegnete: „Viele Jahre hatten wir vergeblich eine längere Winterpause gefordert. Die Zuschauer kommen doch viel lieber Ende Mai als Mitte Februar auf den Sportplatz.“

Erfreut zeigte sich der Verbandsspielausschussvorsitzende Klaus Karl über mehr als 3000 Rückmeldungen und Ideen zur Spielklassenstrukturreform: „Wir müssen etwas tun, gerade die C-Klassen bluten wegen des demografischen Wandels regelrecht aus.“

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