Neustadt Zusammengewürfeltes Jubiläum

Schon 1962 haben die „Straußbuwe“ Kerwe gefeiert. Auch beim Umzug am Sonntag sind wieder Männer mit Sträußen dabei.
Schon 1962 haben die »Straußbuwe« Kerwe gefeiert. Auch beim Umzug am Sonntag sind wieder Männer mit Sträußen dabei.

Fünf Jahre Kerwe am Backofen, 30 Jahre Zeltkerwe, 65 Jahre Kerwe überhaupt, 120 Jahre Glockenverein und 530 Jahre Gemeinde Appenthal machen insgesamt 750 Jubeljahre. Und die wollen gefeiert werden. Das große Kerwefest steigt von Freitag bis Montag. Höhepunkt ist ein Umzug am Sonntag.

Wer keinen großen Anlass zum Feiern hat, fasst eben mehrere kleine zusammen: Das haben sich die Verantwortlichen des Vereins Dorfgemeinschaft Appenthal gedacht, als sie in die Planung für ein großes Kerwewochenende eingestiegen sind. Heraus kamen insgesamt 750 Jubiläumsjahre, die das gesamte Dorf sowie die Nachbarorte am Wochenende feiern. „Die Appenthaler feiern sich selbst“, erklärt Matthias Vorstoffel, Vorsitzender der Dorfgemeinschaft. 70 Helfer sind im Einsatz. Das Geld, das übers Wochenende eingenommen wird, kommt verschiedenen Projekten im Ort zugute. Über dieses Prinzip habe sich der Verein schon an der erneuerten Aussegnungshalle am Friedhof, der Gestaltung des Turmplatzes sowie am Kinderspielplatz beteiligt. Start ist am Freitag, wenn Vorstoffel und der Elmsteiner Ortsbürgermeister Stefan Herter die Kerwe um 19.30 Uhr gemeinsam mit dem Männergesangverein Sängerlust sowie dem Singkreis Elmstein auf dem Kerweplatz eröffnen. Für den gesamten Samstag ist Torwandschießen auf dem Kerweplatz geplant. Um 20 Uhr veranstaltet der Karnevalsverein „Die Dorfnarren“eine Nagel-Dorfmeisterschaft. Wer mit den wenigsten Hammerschlägen einen Nagel im Holz versenken kann, gewinnt. Von Freitag bis Montag werden in einer Fotoausstellung Bilder von „Appenthaler Straußbuwe“ und historische Ansichten des Ortes gezeigt. „Jeder Appenthaler war mal Straußbu“, sagt Klaus Kullmer, ebenfalls Mitglied im Verein. Die Jungen hatten damals alle jeweils einen Strauß in der Hand, den sie dem Kerwepräsidenten nach dessen „Kerweredd“ überreicht haben. Als „Straußbuwe“ verkleidete Jungen und Männer werden auch beim Festumzug am Sonntag – Start ist um 14 Uhr – mitlaufen. Aufstellung ist um 13.30 Uhr in der Mühlstraße und im Hof des Sägewerks. Laut Kullmer gab es zuletzt 2003 einen Umzug. „Wir hatten schon vergangenes Jahr 15 angemeldete Zugnummern.“ Mittlerweile, das teilt sein Mitstreiter Emil Kölsch mit, stehen 22 auf der Liste. Während des Umzugs werden Lose verkauft, um 16 Uhr steht die Auslosung im Kerwezelt an. Beginn ist am Sonntag bereits um 10 Uhr, wenn Pfarrer Stefan Werdelis einen Gottesdienst hält. Nach dem Gottesdienst wird erneut Torwandschießen angeboten. Auch das Kuckucksbähnel wird in einer Sonderfahrt am Sonntag unterwegs sein. Abfahrt ist um 10.45 Uhr am Neustadter Bahnhof über Lambrecht (11.02 Uhr) bis nach Elmstein (Ankunft um 12.01 Uhr). Bezahlt werden kann über das Festwochenende übrigens mit „Appen-Talern“: Ein Taler ist drei Euro wert und kann im Festzelt gegen Essen und Trinken eingelöst werden. Die Dorfgemeinschaft bittet die Anwohner darum, während des Umzuges, der von der Mühlstraße über die Talstraße und die Harzofenstraße bis zum Kerweplatz führt, die Autos abseits der Umzugsstrecke zu parken.

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