Neustadt Zur Sache: Kultur in der Hammermühle

Hansjörg Böhm, der frühere Vorsitzende des Neustadter Kunstvereins, der enge Kontakte zu damals noch unbekannten und inzwischen berühmten Künstlern wie Jörg Immendorff und Georg Baselitz, hatte, war es, der bei Sibylle von Schaabner, der Besitzerin der Kirrweilerer Hammermühle, das Interesse an Kunst weckte. „Ich habe damals die Augen und die Ohren aufgemacht“, erinnert sich die Unternehmerin. Bei Böhm, der Kunst sammelt und zeitweise eine Galerie in Deidesheim hatte, habe sie erstmals eine Plastik des Künstlers Horst Solf gesehen. „So etwas will ich haben“, sei ihr damaliger Gedanke gewesen. Das Unternehmen Hammermühle gibt es nach wie vor, doch Sibylle von Schaabner ist nicht mehr in der Geschäftsleitung und in der Mühle wird seit 2009 nicht mehr gemahlen. Von Schaabner hat sich nun entschlossen, aus dem Mühlengebäude „etwas zu machen, was mir Freude macht, nichts Gewerbliches mehr“. „Einige schöne Kunstausstellungen“ wolle sie in den Räumen zeigen. „Aber nur Besonderheiten und Arbeiten von Künstlern, zu denen ich einen Bezug habe, die ich fördern möchte.“ sagt von Schaabner. Auf keinen Fall solle Konkurrenz, etwa zum Mußbacher Herrenhof oder zum Herrenhaus in Edenkoben, entstehen. Doch nicht nur Ausstellungen stellt sich von Schaabner für das Mühlengebäude vor. Ein Jazzkonzert und eine Aufführung des Chawwerusch-Theaters waren in diesem Jahr in der Hammermühle. Auch zukünftig möchte von Schaabner das Gebäude für ähnliche Veranstaltungen zur Verfügung stellen. Einige der kulturellen Veranstaltungen der Verbandsgemeinde Maikammer könnten in der Hammermühle zu Gast sein. „Was daraus wird, wird sich zeigen“, so von Schaabner zur Zukunft des Mühlengebäudes als Ort der Kultur und der Begegnung. Einen Bezug zur Kunst gibt es bei dem Mühlengebäude seit längerem. 1996 hat Horst Solf das Eingangstor gestaltet. Das Motiv sind Maiskörner. In der Mühle wurde viele Jahre Mais gemahlen. (ann)