Neustadt Zur Sache: Damwild seit frühchristlicher Zeit in Europa

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Das Damwild (Dama dama) gehört zur Familie der Hirsche, Ordnung Paarhufer. Ursprünglich war es in Vorderasien beheimatet, wurde aber schon durch die Römer während der frühchristlichen Zeit in anderen Regionen eingeführt. Entwichene Zuchtbestände verbreiteten sich über ganz Mitteleuropa. Charakteristisch ist für das Damwild hierzulande das gefleckte Sommerfell, das der Tarnung zwischen sonnendurchflutetem Blattwerk dient. Im Winter weichen die hellen Tupfen einem einheitlichen braun-grau. Das schaufelförmige Geweih der männlichen Tiere wird zwischen April und Mai abgeworfen und wächst umso prächtiger nach. Jungtiere haben es schon im zweiten Lebensjahr als „Spieße ohne Rosen“. Später wird daraus die typische Schaufel mit vielen Enden, „Schaufelhaken“ oder „Dorn“ genannt. Das gesellige Damwild lebt in Rudeln, aber nur der stärkste Hirsch hat das Sagen und darf den „Harem“ um sich scharen. Dies führt immer wieder zu heftigen Kämpfen um die Vorherrschaft. Geschlechtsreif sind die männlichen Hirsche schon nach einem Jahr, „wenn der Pinsel dunkel wird“. Nach der Paarungszeit setzt sich das weibliche Tier mit seinem Kalb in der Nähe des Rudels ab. Im nahenden Herbst geht das alljährliche Werben wieder los: Die Brunftzeit beginnt im Oktober, wobei Hirsche (Schultermaß bis 1,40 Meter) mit einem lang anhaltenden, rasselnden und anschwellendem Rollen auf ihre Potenz aufmerksam machen. Die Brunftkämpfe führen nur selten zu Verletzungen, vielmehr scheinen sie eher zeremoniellen Charakter zu haben. Ist die Lage geklärt und tragen die Bemühungen des Hirsches Früchte, dauert es etwa 33 Wochen, bis sich der Nachwuchs einstellt. Nur 24 Stunden nach der Geburt stehen die kleinen Kälber im Frühsommer auf eigenen Beinen und wagen ihre erste Sprünge. Die Damtiere säugen ihre Jungen in behüteter Abgeschiedenheit etwa zehn Monate lang. |anzi

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