Neustadt Zum Schutz vor Hochwasser

Die Verbandsgemeinde Lambrecht wird ein Hochwasserschutzkonzept erstellen lassen. So lautete der einstimmige Beschluss der Verbandsgemeinderatsmitglieder in ihrer jüngsten Sitzung. Bis zur nächsten Sitzung sollen von drei Ingenieurbüros Kostenvoranschläge für die Erstellung eingeholt und ein Zuschussantrag vorbereitet werden.
Die Verbandsgemeinde habe „riesiges Glück“, dass sie bisher im Gegensatz zu anderen Orten in der Region von Überschwemmungen verschont wurde, sagte Verbandsbürgermeister Manfred Kirr (parteilos). Es sei unmöglich, so große Regenrückhaltebecken und Kanäle zu bauen, dass sie für die immer häufiger werdenden starken Regenfälle ausreichten. Deshalb müssten unter anderem Durchlässe geschaffen werden, damit Regenwasser abfließen kann. Bachbetten natürlich zu gestalten und die Zahl der Triftanlagen zu reduzieren, nannte Peter Seelmann (CDU) als weitere Möglichkeiten. Nach Angaben Kirrs übernimmt das Land 80 Prozent der Kosten für die Erstellung von Hochwasserschutzkonzepten. Stefan Herter (SWG) äußerte die Befürchtung, dabei könnte sich herausstellen, dass manche Gebiete von Hochwasser bedroht sind und deshalb die Beiträge für Elementarschadenversicherungen für dortigen Hausbesitz steigen. Trotz der Trockenheit sei die Trinkwasserversorgung gesichert, teilte Kirr auf Anfrage von Hanne Hartmann (parteilos) mit. In der letzten Sitzung des Rats war die Entscheidung darüber, ob die Verbandsgemeinde der geplanten kommunalen Holzvermarktungsgesellschaft Pfalz beitritt, verschoben worden. Mehrere Mitglieder des Gremiums hatten die Hoffnung geäußert, das Land werde seine Entscheidung, dass die Vermarktung von Holz aus kommunalen Wäldern durch den Landesforst ab 2019 nicht mehr möglich ist, zurücknehmen. Es gebe keine Hoffnung mehr, dass das Land das entsprechende Gesetz ändert, sagte Kirr: „Es bleibt uns kein anderer Weg, als uns dieser Holzvermarktungsgesellschaft anzuschließen.“ Die Entscheidung des Landes sei nicht nachvollziehbar, sagte FWG-Fraktionssprecher Eric Wenzel: „Wir stimmen nur unter Protest und mangels sinnvoller Alternativen zu.“ Die Landesregierung saniere den Staatsforst auf Kosten der Kommunen, sie habe kein Interesse an den Kommunen, ärgerte sich Bernhard Groborz (SPD). Der Beitritt wurde bei einer Gegenstimme und einer Enthaltung beschlossen. Als Mitglieder im Verbandsgemeinderat wurden Helga Greb (CDU) und Sabine Stöckel (SPD) verpflichtet. Greb rückt für Uwe Schwab nach. Stöckel ist Nachrückerin für Stefan Lendle. Angenommen wurde eine Spende der Stadtwerke Lambrecht in Höhe von 2004 Euro für die fünf Grundschulen in Elmstein, Esthal, Lambrecht, Lindenberg und Neidenfels.