Neustadt Zeit der Revanchegelüste
Neustadt. Viele Punkte hat Max Saltarello als Trainer des VfL Neustadt II in der Fußball-A-Klasse Rhein-Mittelhaardt nicht verbucht. Sieben waren’s, um genau zu sein. Drei davon erspielte die Reserve von der Haidmühle beim 2:1 gegen die TSG Deidesheim. Wenn also am Freitagabend der VfL Neustadt II in Deidesheim zur Revanche gastiert (ab 19.30 Uhr), kann Saltarellos Nachfolger Torsten Conrad im Vergleich zur Hinrunde keine Zähler gutmachen – er kann sie höchstens bestätigen.
Das wird außerordentlich schwer, obgleich die Ergebnisse unter Conrad zu signalisieren scheinen, dass die Mannschaft stabiler und geordneter agiert. Beim Tabellenzweiten TSV Lingenfeld gelang ein 3:3, gegen den Tabellenfünften TuS Mechtersheim II unterlag der VfL nur 1:2. Das Offensivspiel aber bereitet der Mannschaft noch immer Mühe, es fehlt ein Gestalter. „Wir müssen kompakt stehen und alles versuchen, um die Null zu halten“, sagt Torsten Conrad, „alles andere wird schwer.“ Die TSG Deidesheim hatte aufgrund der Absage der Rödersheim-Partie mehr Zeit zur Regeneration. Doch keineswegs kam Spielertrainer Rudi Benkler das „Wellness-Wochenende“ zupass. Liebend gerne hätte er die Serie auf fünf Siege ausgebaut. Versäumtes soll nun nachgeholt werden. Das Hinserienduell mit dem VfL, als die nun siebtplatzierte TSG an ihrer Einstellung scheiterte, dürfte zusätzlich motivierend wirken, auch wenn Benkler betont, dass dies „lange, lange vorbei“ sei. Damals hatte die TSG wenige Tage zuvor im Verbandspokal die erste Neustadter Garde bezwungen und daraus abgeleitet, die Zweite im Handumdrehen vom Rasen wischen zu können. Das Problem der Nonchalance gegen die vermeintlich Kleinen versuchte Benkler lange vergebens auszumerzen, nun scheint es ihm gelungen zu sein. „Die Jungs sind ihre Aufgaben zuletzt sehr konzentriert angegangen. Deshalb bin ich guter Dinge“, sagt er. Schwer werde die Partie dennoch. „Der VfL wird sich hinten reinstellen und auf Konter lauern. Und es ist jetzt mehr Struktur in dieser Mannschaft.“Die SpVgg Edenkoben/St. Martin kann in der Tabelle tiefer nicht fallen. Durch das 0:2 gegen den TSV Königsbach und das 1:1 des SV Phönix Schifferstadt II gegen den VfL Hainfeld glitt die Elf des spielenden Trainers Slawomir Stulin auf den letzten Rang ab. Am Freitagabend (ab 19.30 Uhr) heißt der Gastgeber SpVgg Rödersheim. Der 13. des Klassements hat aus den vergangenen fünf Partien einen kargen Punkt geholt und viermal nacheinander verloren. Einen günstigeren Widersacher kann es kaum geben, um das mit sechs Punkten verdorrte Konto zu füttern. Sven Hörnschemeyer hat solche Sorgen nicht. Der Spielertrainer des TSV Königsbach berichtet nur Positives. „Bei uns ist alles im Lot“, sagt er, „es ist fast beängstigend, was wir trotz der Verletzten spielen. Das ist aller Ehren wert, das kann man nicht hoch genug loben. Wir sind richtig happy und stolz.“ Der Blick auf die Tabelle potenziert diese Gefühle, der Rückstand auf Platz zwei ist zwei Punkte klein. Für Hörnschemeyer wäre es zum jetzigen Zeitpunkt aber „vermessen“, über Aufstieg oder Relegation zu sinnieren. Er verfolgt nur ein Ziel: erfolgreicher zu sein als in der Hinrunde. Und diesbezüglich bietet sich dem TSV am Sonntag (14.45 Uhr) ein großer Anreiz: Gast ASV Harthausen war mit dem 5:2 verantwortlich für die bisher höchste Königsbacher Saisonniederlage. (aboe)