Deidesheim Wohnungsmarkt: Stadt setzt Hoffnungen auf Neubaugebiet D8

Im geplanten Baugebiet D8 soll auch bezahlbarer Wohnraum für junge Familien entstehen.
Im geplanten Baugebiet D8 soll auch bezahlbarer Wohnraum für junge Familien entstehen.

Bezahlbare Mietwohnungen sind immer schwerer zu finden. Die Anzahl der Sozialwohnungen sinkt, während der Druck auf den Wohnungsmarkt weiter steigt. Wie ist die Situation in den Verbandsgemeinden? Heute: die VG Deidesheim.

Die Entwicklung der Quadratmeterpreise für Mietwohnungen in Deidesheim hat in den vergangenen fünf Jahren nur eine Richtung gekannt: nach oben. Nach Angaben der Immobilienagentur Engel & Völkers liegt der Durchschnittspreis derzeit bei 12,46 Euro pro Quadratmeter, das sind 8,6 Prozent mehr als im Jahr zuvor. In den drei Jahren davor lag die Steigerungsrate laut Agentur sogar jeweils über zehn Prozent. Bezahlbare Mietwohnungen sind rar.

Die Stadt selbst verfügt über vier Objekte mit insgesamt neun Wohnungen, darunter die alte Feuerwehr. Dort sind auf einer Fläche von 157 Quadratmetern neun Asylbewerber untergebracht. Die anderen Wohnungen liegen in der Habergartenstraße und der Heumarktstraße und sind deutlich kleiner. Die Nachfrage nach den städtischen Wohnungen ist laut Verwaltung deutlich größer als das Angebot. Wenn ein Mieter ausziehe, werde dies über das Amtsblatt bekannt gegeben. In der Regel gebe es dann zwischen fünf und acht Bewerbungen. Die Wohnungen hätten aufgrund ihres Alters keine Sozialbindung mehr, seien jedoch günstig im Vergleich zu den ortsüblichen Mietpreisen. Bei der Auswahl von neuen Mietern werde von Fall zu Fall entschieden, wobei es in der Regel eine Rolle spiele, ob die Bewerber aus der Stadt sind. Genauso wird bei den gemeindeeigenen Wohnungen in den Ortsgemeinden verfahren. Meckenheim verfügt über zehn Wohnungen (eine ist unbewohnt, weil sie in zu schlechtem Zustand ist), in Forst sind es vier, in Niederkirchen fünf, von denen aber nur vier vermietet sind.

Lange kein großer Bedarf da

„Es gab lange Zeit in Deidesheim keinen allzu großen Bedarf an Sozialwohnungen“, erklärt Bürgermeister Manfred Dörr (CDU). Überdies hatte das Gemeinnützige Siedlungswerk in Speyer Mitte der 1990er Jahre ein Objekt mit 89 Wohnungen fertiggestellt, von denen 30 als Sozialwohnungen staatlich gefördert worden waren. Mittlerweile sind sie allerdings aus der Sozialbindung herausgefallen, wie Thomas Andres, Prokurist beim Siedlungswerk, erklärt. Bei Wohnungswechseln würden die Mieten erhöht. Allerdings lägen sie auch dann noch unterhalb des Durchschnittsniveaus. Die Nachfrage sei groß, es gebe Wartelisten.

Doch die Schaffung weiterer Wohnungen sei schwierig. Baukosten und Zinsen seien in den vergangenen drei, vier Jahren bekanntermaßen sprunghaft angestiegen. In kleineren Gemeinden sei zudem der Bedarf für große Einheiten nicht da, und bei kleineren Einheiten seien die Baukosten noch höher.

Bürgermeister Dörr richtet seine Hoffnungen derzeit stark auf das geplante Neubaugebiet D8. Dabei geht es ihm weniger um Sozialwohnungen als um Angebote für Durchschnittsverdiener. „Wir brauchen junge Familien“, betont Dörr. Bereits mehrfach hat er deutlich gemacht, dass das Baugebiet nur verwirklicht wird, wenn die Grundstückseigentümer bereit sind, einen Teil ihrer Fläche zu gedeckelten Preisen an die Stadt abzugeben. Davon sollen dann junge Familien profitieren.

Steuerung über Bebauungsplan

Die Kommune könne darüber hinaus über den Bebauungsplan steuernd eingreifen, so Dörr weiter. Denkbar wäre beispielsweise, bestimmte Flächen nicht für „normale“ Einzelhäuser auszuweisen, sondern für so genannte Tiny-Häuser (Mini-Häuser mit weniger als 50 Quadratmeter Wohnfläche), die von öffentlichem Grün umgeben sind. Denkbar sei auch ein Projekt für betreutes Wohnen. Dafür brauche die Stadt allerdings einen Investor als Partner. Selbst investieren, so Dörr, sei angesichts der Haushaltslage schwierig. Er sei jedoch guter Dinge, dass ein Investor gefunden werden könne. Der Bürgermeister betont aber auch: „Das sind alles Ideen. Die Entscheidungen trifft natürlich der Stadtrat.“

Eine Lösung müsse die Stadt mittelfristig auch für die Unterbringung von Asylbewerbern finden. Das alte Feuerwehrgerätehaus sei langfristig keine Lösung, außerdem sei die Ecke dort städtebaulich interessant.

Unterdessen beobachtet die Stadt eine andere Entwicklung mit wachsender Aufmerksamkeit: die Umwandlung von Wohnungen in Ferienwohnungen. Ob dies irgendwann ein Problem wird, müsse abgewartet werden, so Dörr.

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