Neustadt Wohnstift stellt Apartments für Flüchtlinge

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Das GDA-Wohnstift stellt in seinem Block B 40 Apartments für Asylsuchende bereit. Damit ist die Mußbacher Turnhalle als Notunterkunft vorerst vom Tisch. Vermietet wird auf mehrere Jahre, weitere Wohnungen könnten noch bereitgestellt werden.

Von den drei Neustadter Hochhäusern der Gesellschaft für Dienste im Alter (GDA) wartet eines seit den 1970er Jahren auf seine Sanierung: der 14-geschossige Block B mit rund 100 kleineren Wohnungen, die fast alle der GDA gehören. 60 davon sind an ein ganz gemischtes Publikum vermietet, 40 stehen leer. In Abstimmung mit der Stadt werden dort ab sofort Asylsuchende untergebracht. Das bedeute einen gewissen Entlastungseffekt, sagte Bürgermeister und Sozialdezernent Ingo Röthlingshöfer (CDU) gestern beim Pressegespräch mit Stiftsdirektor Christoph Stöckmann. Die Mußbacher Turnhalle als Notunterkunft bleibt damit zunächst außen vor. Block B soll in voraussichtlich drei Jahren komplett saniert werden, wie Stöckmann erläuterte. Deshalb stünden schon Wohnungen leer, weitere könnten nach und nach frei und eventuell ebenfalls für Flüchtlinge genutzt werden. Die Apartments vermietet die GDA nun an das Sozialamt zu dessen üblichen Preisen. Wie Bürgermeister und Stiftsdirektor betonen, kommt das beiden Seiten zugute: Die Stadt erhält ordentlichen und fast sofort nutzbaren Wohnraum, die GDA muss nicht auf Miete verzichten. „Wir haben überlegt, was wir angesichts der Flüchtlingssituation beitragen können“, sagte Stöckmann. Daher seien Gespräche mit der Verwaltung geführt worden. Daneben habe sich die GDA bei den Ehrenamtlichen des Haardter Nachbarschaftsladens schlau gemacht, sich mit der Polizei und der protestantischen Kirchengemeinde ausgetauscht. Denn außer auf Mitarbeiter des Sozialamts, die in einem Büro im Block B einziehen werden, setzt die GDA auf das Ehrenamtsnetzwerk, das sich mittlerweile in Neustadt für Flüchtlinge entwickelt hat. An erster Stelle stand Stöckmann zufolge aber das Gespräch mit dem neu gewählten Bewohnerbeirat und dem Betriebsrat. Auch wenn schwer einzuschätzen sei, wie die vielen hochbetagten Bewohner auf die neuen Nachbarn reagierten, sei der Beirat sehr aufgeschlossen gewesen. Was auch daran liege, dass viele Bewohner selbst Flucht und Vertreibung erlebt hätten. Schon jetzt engagierten sich einige von ihnen ehrenamtlich im Nachbarschaftsladen, weitere Bewohner hätten Interesse mit Blick auf die künftigen Nachbarn bekundet. Sie wünschten sich insbesondere Familien, um mit Kindern in Kontakt zu kommen. Inwieweit das gelingen kann, ist kaum steuerbar, waren sich Stöckmann und Röthlingshöfer einig. Bekanntlich kann sich die Stadt nicht aussuchen, welche Asylsuchenden ihr das Land zuweist. Mit einem an jeden Einzelnen gerichteten Schreiben wurden dann am Dienstag und gestern alle GDA-Bewohner und -Mitarbeiter über die Situation informiert. Das schrittweise Vorgehen begründete Stöckmann so: „Wir wollten alles richtig kommunizieren, da Neustadt bislang vorbildlich ist, was den Umgang mit Flüchtlingen betrifft.“ Dass trotzdem gewisse Ängste im Raum stehen werden, dessen sind sich Bürgermeister und Stiftsdirektor bewusst. „Damit muss man umgehen“, so Stöckmann. Von Vorteil sei der separate Eingang zu Block B, ergänzte Röthlingshöfer. Beide können sich vorstellen, dass sich auch im Umfeld des GDA-Wohnstifts noch etwas zusätzlich tut. Zum Beispiel über die Internationale Schule, die in direkter Nachbarschaft liegt und mit der schon jetzt gute Kontakte gepflegt würden. (ahb)

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