Neustadt Wochenspiegel:
Verkehrte Welt diese Woche im Stadtrat: Im Normalfall kann sich die Opposition von FWG und SPD – mal mehr, mal weniger zu Recht – darüber beschweren, dass ihre Anträge abgeschmettert werden. Diesmal jedoch war es die CDU, die mit Bausch und Bogen unterging. Was sie indes dazu bewogen hatte, quasi sehenden Auges ins Verderben zu reiten, blieb ein (offenes) Geheimnis. Noch nicht einmal die Koalitionspartner FDP und Grüne waren dafür, eine Art Generalstabsplan zur Komplettverlegung des Wochenmarkts bei außergewöhnlichen Anlässen aufzulegen. Klar, dass es auch innerhalb einer Fraktion wie der CDU unterschiedliche Überzeugungen gibt. Und klar, dass so etwas eigentlich ganz im Sinn der demokratischen Grundordnung ist. Doch gibt es Themen, die sich für eine solche Heterogenität besser eignen als ausgerechnet der Wochenmarkt. Und das wiederum muss eine Fraktionsführung erkennen, wenn sie einen guten Job machen will. So allerdings war der jüngste CDU-Antrag von vorneherein der Tod im Topf. Die Zeichen der Zeit richtig erkannt hat hingegen die SPD-Fraktion im Stadtrat. Rechtzeitig vor der Oberbürgermeisterwahl 2017 wählte sie einen neuen Vorsitzenden. Jetzt ist Pascal Bender sozusagen auf Augenhöhe mit den anderen bisherigen OB-Kandidaten aus der Stadtpolitik. Das ist zwar nicht lebensnotwendig; doch belegt die SPD damit eben auch, wie wichtig sie die Wahl nimmt und welche Chancen sie sich dabei ausrechnet. Der Wechsel an der Fraktionsspitze ist folglich auch ein Signal dafür, dass die SPD ihrem Bewerber jede Unterstützung dieser Welt geben will. Allen voran Gisela Brantl, die dafür bereit war, nach zwölf Jahren den Vorsitz abzugeben. Das ist ein fairer und kollegialer Zug, in Zeiten wie diesen nicht unbedingt selbstverständlich. Dass auch der Stadtrat in Gänze um Brantls Verdienste weiß, belegte die Reaktion am Donnerstagabend, als die SPD ihre Personalie bekanntgab: Beim Applaus für die langgediente Sozialdemokratin waren sich alle wieder einig. Nein, natürlich wissen auch wir, dass im Römerweg in Hambach in der Regel Tempo 50 gilt, auch wenn gestern irrtümlich von Tempo 30 geschrieben wurde. Das mag der leichten Arbeitshektik nach Stadtratssitzungen ebenso geschuldet gewesen sein wie der Tatsache, dass selbst das Ordnungsamt während der Sitzung kurz durcheinander kam, „worres“ wurde, als es um Tempo 30 oder Tempo 50 in der Diedesfelder Weinstraße am Ortsausgang nach Maikammer ging. Doch zurück zum Römerweg. Tempo 30 wünschen sich dort zwar viele Anwohner, doch hatte dieser Wunsch bislang schon wenig Aussicht auf Erfolg. Die jüngsten Messergebnisse untermauern das. Nicht etwa, weil Autofahrer im Römerweg disziplinierter unterwegs wären als anderswo, sondern weil ihnen gar keine andere Wahl bleibt. Zumindest im Bereich Römerweg/Häuselberg. Dort parken Autos versetzt links und rechts und fordern es damit geradezu heraus, dass der Verkehr gegenseitig Rücksicht nimmt. Schade, dass das nicht überall möglich ist. Das Leben würde damit viel einfacher ... |