Neustadt wochenspiegel

Placeholder-Image

Sicher haben Sie diese Erfahrung auch schon gemacht: Man sitzt in einem schummrigen und daher sehr gemütlichen Lokal. Doch wird die Stimmung getrübt, da ständig ein fahles Licht an den Tischen ringsum erscheint. Weil andere Gäste die Finger nicht vom Smartphone oder Tabletcomputer lassen können. Ähnlich verhält es sich bei einer Stadtratssitzung im schummrig-gemütlichen Ratssaal. Bekanntlich wurden die Mitglieder mit i-Pads ausgestattet. Das spart Papier, muss doch die Verwaltung nicht mehr Beratungsvorlagen und mehr ausdrucken und ausgeben. Ganz am Puls der Zeit, bekommt der Rat alles kochend heiß aufs Tablet serviert. Sehen wir an dieser Stelle mal davon ab, dass so ein Ding dazu verführt, sich ein wenig abzulenken, wenn die Debatte im Rat einen kleinen Durchhänger hat. Legen wir vielmehr das Augenmerk darauf, dass die Verwaltung mit den Tablets vielleicht genial zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen wollte. Denn in einem Ratssaal sollte ja – im Gegensatz zum Restaurant – gleißende Helle herrschen, um bis ins Letzte für Transparenz zu sorgen. Die Beleuchtung im Neustadter Ratssaal reicht dafür vielleicht nicht ganz aus. Und so kann sich nun das fahle Licht der Tablets zusätzlich süß über das Gremium legen ... Wer sich auf die Berichterstattung über Kommunalwahlen vorbereitet, der fängt auch an, im Archiv zu blättern. Und muss dabei nicht nur über die Fotos von einst schmunzeln, als die Protagonisten noch Bärte trugen und in dem ein oder anderen Fall auch etwas schlanker wirkten. Im September 2000 war es bei der CDU zu einer Kampfabstimmung um die Kandidatur für die Oberbürgermeisterwahl gekommen – zwischen dem damaligen Stadtratsmitglied Hans Georg Löffler und Bürgermeister Ingo Röthlingshöfer. Der „Neuling“ Löffler, erst im Jahr davor in den Stadtrat gewählt, setzte sich klar durch – erst parteiintern gegen Röthlingshöfer und dann bei der ersten Urwahl in Neustadt gegen Amtsinhaber Jürgen Weiler (SPD). Löffler forderte damals in seiner Wahlrede „mehr Bürgerorientierung und mehr Kommunikation mit den Fraktionen“. 14 Jahre später und bereits in seiner zweiten Amtszeit wird ihm von der Opposition der selbe Vorwurf gemacht. Die Verwaltung sei bürgerfern, und es werde viel zu wenig kommuniziert ...

x