Neustadt Wo Kinderherzen höher schlagen

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Große Reden brauchten die Kinder nicht. In Nullkommanix hatten sie den Spielplatz in der Kredenburgstraße in Maikammer in Besitz genommen. Am Samstag wurde dieser offiziell eingeweiht; gespielt, geklettert und getollt wird dort schon seit Längerem.

Kein Wunder, dass der etwa 1000 Quadratmeter große Spielplatz gut angenommen wird, findet sich hier doch fast alles, was Kinderherzen höher schlagen lässt. Im südlichen Bereich lädt eine Hängematte zum Schaukeln und Ausruhen ein. Fünf Jungs machen sich auf ihr – so gut es bei dieser Anzahl geht – breit, während ein sechster schubst. Gleich nebenan balancieren einige auf dem Kastanienbaumstamm-Mikado. Es ist fest verschraubt, sodass nichts passieren kann, wie Landschaftsarchitektin Birgit Ehrhardt versichert. Die Mitarbeiterin der Firma „Stadt und Natur“ aus Klingenmünster hat das Projekt während der Entstehungsphase begleitet. Ein kleiner Hügel befindet sich östlich davon. Er kann über Baumstamm-Treppenstufen bequem erklommen werden. Wer es etwas riskanter mag, der hangelt sich an der aufgeschütteten Erde hoch. Als Belohnung winkt eine Abfahrt auf der Rutsche. Eine Wippe und eine Schaukel – die Spielgeräte sind noch vom alten Platz – dürfen nicht fehlen. Die kleine Ella schwebt mit Begeisterung in die Höhe – „ja, das macht Spaß“, ruft sie. Der absolute Renner an diesem Vormittag ist aber der Hügel mit der Wasserpumpe. Kräftig bedient sie ein Junge. Das Wasser fließt hinunter, bildet eine Lache. „Hier ist eine Drainageschicht eingebaut“, erläutert Ehrhardt; dass es sich staue, hänge lediglich mit dem momentan verstärkten Einsatz der Pumpe zusammen. Das Ensemble bilde den Sandmatschbereich, ein Dorado für die Jüngsten. Ein Hingucker ist das Baumhaus. Um hinauf zu gelangen, ist Geschick gefragt, auf der Rutsche geht es hinab. Die Sträucher mit Dornen sind laut Ehrhardt komplett entfernt und durch heimische Büsche ersetzt worden. Einige alte Bäume sind stehen geblieben. Sie dienen wie die jungen als Schattenspender – auch in der Nähe der Sitzgruppe. Mit Rindenmulch und Sand sind die jeweiligen Spielbereiche ausgelegt. Rasen soll noch eingesät werden. Ortsbürgermeister Karl Schäfer (CDU) erinnert bei der Eröffnung daran, dass sich bereits im Februar 2010 der Ortsgemeinderat für die Spielleitplanung ausgesprochen habe. Diese habe das Ziel, die Interessen von Kindern und Jugendlichen im Ort stärker zu berücksichtigen. Nach Streifzügen durch die Gemeinde sei im September 2011 eine Planungswerkstatt eingerichtet worden, bei der sich Jüngere wie Erwachsene für die naturnahe Umgestaltung des Spielplatzes in der Kredenburgstraße ausgesprochen hätten. Schäfer würdigt die ehrenamtlichen Einsätze von Groß und Klein bei vier Terminen, aber auch die kostenlose Unterstützung durch die Firma Gerst, die Gerät und Mitarbeiter abgestellt habe. Für die Spielplatz-Umgestaltung habe das Land einen Zuschuss von 44.000 Euro gewährt. Insgesamt habe die Umgestaltung 116.000 Euro gekostet, wobei 30.000 Euro auf Eigenleistungen entfielen, 10.000 Euro seien an Sach- und Geldspenden eingegangen. Von einer Fremdfirma werde der Spielplatz gewartet, was die Gemeinde 7000 Euro pro Jahr koste. Dann singen die Kindergartenkinder noch Lieder und Pfarrer Dariusz Stankiewicz spricht Segensworte. Das zweite Projekt der Spielleitplanung ist die Oase an der Frankenmühle. Diese wird sowohl von Jugendlichen als auch von den Bewohnern der Heilpädagogischen Wohnstätte genutzt, die dort Blumen, Gemüse und Obst anbauen. (giw)

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