Neustadt „Wir wollen, dass es hier schön ist“

Das Motto „Wir schaffen was“ des Freiwilligentags der Metropolregion Rhein-Neckar wurde am Samstag in Deidesheim in die Tat umgesetzt. Etwa 15 freiwillige Helfer haben die Rastplätze „Am Paradiesgarten“ und „Platz der Freundschaft“ in Ordnung gebracht und in der Flur 16 Mandelbäume gepflanzt.
„Wenn alle zupacken, gibt es ein Stück“, sagte Stadtbürgermeister Manfred Dörr (CDU) während er am „Platz der Freundschaft“ Gras und Laub zusammenrechte. Nicht nur der Bürgermeister hat zugepackt, sondern auch der Beigeordnete Bernhard Oberhettinger (CDU). Und die Beigeordnete Renate Klingelmann (CDU) sorgte für die Verpflegung der hart arbeitenden Helfer. „Haben wir es richtig gemacht?“, erkundigte sich der Deidesheimer Rudolf Oehl bei der Besucherin, nachdem die Arbeiten am „Rastplatz am Paradiesgarten“ beendet waren. Der zugewucherte Platz wurde freigeschnitten, die kaputte Tischplatte einer der drei Sitzgruppen mit einer neuen Holzplatte ersetzt und eine marode Sitzgruppe entfernt. „Eigentlich wollten wir gleich eine neue Sitzgruppe aufstellen, aber bei der Firma, die die Bänke und den Tisch liefert, hat es gebrannt“, erzählte Dörr. „Wir wollen Deidesheim schön haben“, begründete Oehl, warum er den Samstagvormittag mit ehrenamtlicher Arbeit verbringt. „Ich bin ein Ur-Deidesheimer und helfe immer, wenn Arbeitseinsätze sind“, erzählte Ernst Reinhard, während er abgeschnittene Zweige und Äste von Hecken am „Platz der Freundschaft“ einsammelte. Hier wurden zwei verfaulte Stufen einer Holztreppe ausgetauscht und eine kleine Mauer ausgebessert. Geholfen haben nicht nur Deidesheimer, sondern auch Forster. „Auch da gibt es gute Leute und nicht nur Ungeheuer“, frotzelte Dörr in Anspielung auf die Weinlage Forster Ungeheuer. „Das ist unsere Region, wir wollen, dass es schön ist. Und wir wissen, dass die Stadt Deidesheim nicht so viel Geld hat“, sagten die Forster Alexander Braun und Dieter Schollmeier, während sie am „Platz der Freundschaft“ Teile eines Holzgeländers erneuerten. „Da wurden vor etwa drei Monaten Teile herausgerissen und für ein Feuer verwendet“, erzählte Braun, während er mit einer Motorsäge einen Holzbalken zurechtschneidet. „Heidenei“, wetterte der Forster, als der Balken nicht in das Geländer passte. Schließlich klappte es, Schollmeier hielt den Balken fest und Braun befestigte ihn mit Nägeln. Auch Thorsten Helbig ist Forster und außerdem Mitarbeiter der Deidesheimer Stadtgärtnerei. Ebenso wie sein Kollege, der Neustadter Thomas Straub, half er in seiner Freizeit bei dem Arbeitseinsatz. „So etwas soll unterstützt werden, denn das ist unsere Heimat“, nannte Helbig als Grund. „Es ist sehr gut, dass etwas für die Natur gemacht wird“, so Straub. Mit viel Mühe und Körperkraft rammte Ralf Tuband eine Pflanzgrube in den harten und steinigen Boden. Ein Mandelbaum sollte hier gepflanzt werden. „Wir setzen uns auch einmal mit einem Schoppen Wein hierher und freuen uns, dass es schön ist“, so Tuband. Zwei Mandelbäume wurden am „Platz der Freundschaft“ gepflanzt, 16 in der Gemarkung. Dabei hat Wolf-Rainer Lowack, Geschäftsführer der Metropolregion Rhein-Neckar, geholfen. Er suche sich jedes Jahr beim Freiwilligentag „eine Aufgabe, bei der man richtig anpacken kann“, berichtete Lowack. „Es ist ein schönes Stück Arbeit, härter als am Schreibtisch“, so seine Erkenntnis. Dagmar Unger hatte den Aufruf zur Mithilfe gelesen und sich gemeldet. „Ich wohne seit zehn Jahren in Deidesheim, hatte aber bisher keine Zeit, weil ich in Mannheim arbeitete“, erzählte Unger. Jetzt habe sie mehr Zeit „und ich will mich einbringen“, so Unger. Die gemeinsame ehrenamtliche Arbeit sei „sehr schön“. (ann)