Neustadt „Wir sind Klein-Venedig“

Elmsteins Ortsbürgermeister Stefan Herter (Dritter von links) mit den Geehrten der Elmsteiner Heimatschrift unter den Leitern de
Elmsteins Ortsbürgermeister Stefan Herter (Dritter von links) mit den Geehrten der Elmsteiner Heimatschrift unter den Leitern der Schornsteinfeger. Letztere sollen der Gemeinde Glück bringen.

Die Besucher des Elmsteiner Neujahrsempfangs am Sonntagnachmittag in der Aula der Grundschule müssten dieses Jahr jede Menge Glück haben. Sie wurden nicht nur von Ortsbürgermeister Stefan Herter (SWG) und seiner Frau Anja, sondern auch von drei Generationen Schornsteinfegermeistern empfangen. Walter Kropp überreichte jedem Gast einen Glückscent. Sohn Heiko und Enkel Marco hielten ein Trapez aus zwei Schornsteinfegerleitern in die Höhe, unter dem jeder Besucher durchgehen durfte.

Herter

verwies auf zwei Besonderheiten von Elmstein, die beide einiges an Problemen bereiteten. „Wir sind Klein-Venedig“, so Herter. 13 Brücken gebe es in Elmstein. Aufgrund neuer Vorschriften müsse deren Sicherheit überprüft und dabei von jeder ein sogenanntes Brückenbuch erstellt werden. Pro Brücke koste das 6000 Euro. Zudem würden bei mehreren Brücken Sanierungen gefordert. Als weitere Besonderheit nannte Herter, dass Elmstein die Gemeinde mit der größten Fläche in Rheinland-Pfalz sei. Das Gemeindegebiet erstrecke sich auf 75 Quadratkilometer. Nur drei Gemeindearbeiter stünden zur Verfügung, um dieses große Gebiet in Ordnung zu halten. Ohne das ehrenamtliche Engagement vieler Elmsteiner, die beispielsweise Grünflächen pflegen, Wege säubern oder Blumen auf öffentlichen Flächen pflanzen, sei dies nicht möglich, betonte Herter. Das vergangene Jahr sei das schwerste seiner fünfjährigen Amtszeit als Ortsbürgermeister gewesen. Vor allem wegen der Ausbaubeiträge, die von den Anwohnern der Iggelbacher Dorfstraße gefordert werden müssten. „Den Frust darüber trifft nicht die Landesregierung“, die dafür verantwortlich sei, „sondern den kleinen Bürgermeister“, so Herter. Auch sonst äußerte er deutliche Kritik an der Landesregierung, die die Steuereinnahmen „für die Bürger ausgeben sollte und nicht für Prestigeobjekte wie das Projekt Legelbachtal“. Als „beste Nachricht seiner Amtszeit“ bezeichnete es Herter, dass es gute Chancen für schnelles Internet für die Elmsteiner Annexen gebe. Angesichts der schlechten finanziellen Situation der Gemeinde sei nur gemeinsam etwas zu erreichen, betonte Herter. In den vergangenen fünf Jahren sei hier Einiges gelungen. „Es ist viel, was in dieser liebenswerten Gemeinde jedes Jahr geschieht“, sagte der Beigeordnete Michael Speiger (SWG). Herter verwies auf das beachtliche kulturelle Leben in der Gemeinde. Einen eindrucksvollen Einblick bot die Linedance-Gruppe des VfL-Elmstein mit mehreren tollen Tanzdarbietungen. Für Musik sorgte auch der Musikverein. An Ständen in der Halle präsentierten sich die Rettungshundestaffel Elmstein, die Elmsteiner Bücherei, der Imkerverein Lambrecht und Talgemeinden, der VdK und das Redaktionsteam der Elmsteiner Heimatschrift. Herter ehrte das Redaktionsteam der Heimatschrift, zu dem Dieter König, Yvonne Faß, Klaus Kullmer und Jürgen Schwerdt gehören. Speiger und der Beigeordnete Joachim Wickhüller bedankten sich bei Herter mit einer großen Flasche Wein für fünf Jahre gute Zusammenarbeit.

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