Neustadt „Wir lachen zu wenig“

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Was ist der Pfälzer Tee? Wie kann der Pfälzer Hochdeutsch sprechen? Warum müssen wir die Straßen wiederbepflanzen? Solche Fragen behandelt Benedikt Hild in seinen Kurzfilmen. Für den Beitrag „Normal Pfälzer Day“ erhielt der 18-jährige Schüler im Frühjahr den landesweiten Bürgermedienpreis des Offenen Kanals.

Okay. Und was wollte Sperki  Die Sonne scheint Benedikt Hild ins Gesicht. Er kneift seine Augen zusammen und strahlt. Stolz schwingt mit in seinem Lächeln: „Wenn mich etwas wirklich interessiert, lerne ich schnell.“ Mit zwölf Jahren entdeckte Hild auf der Wirtschaftsmesse in Landau seine Leidenschaft für den Film. Der Offene Kanal (OK) präsentierte sich mit „coolen großen Kameras“ und zog den Jungen in seinen Bann, heute ist er beim OK Neustadt aktiv. Damals versammelte er sofort ein paar Freunde um sich und startete kleine Projekte. Ausgestattet mit dem Material des OK drehte er Sketch-Nachrichten. Drehen und die Schnitttechnik brachte er sich selbst bei. Schmalschultrig ist er, und zurückhaltend. Doch wenn Hild über seine Filme spricht, sind die Worte präzise gewählt, er wirkt authentisch und sehr überzeugt von dem, was er macht. Nicht ohne Grund. Im November 2013 erzielte Hild seinen ersten offiziellen Erfolg mit „Super Pfälzisch Disc“. Auf dem Filmfestival „Zum Goldenen Hirsch“ in Mannheim erhielt er den ersten Videopreis. „Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, wenn der eigene Film auf einer Leinwand vor großem Publikum läuft.“ Er kann sich ein breites Grinsen kaum verkneifen. „Einen Sack voll Motivation“ habe er damals mitgenommen. Thema des Kurzfilms war die Pfälzer Mundart. Hild wurde im Urlaub immer wieder auf seinen Dialekt angesprochen. Er sah sich mit Verständigungsproblemen konfrontiert. „Man bräuchte etwas, dass einen von jetzt auf gleich ins Hochdeutsch wechseln lässt“, sagt der Schüler aus Edenkoben. So kam ihm die Idee zur „Super Pfälzisch Disc“, die der Mensch in sein Gehirn einlegt wie in ein CD-Laufwerk. Im nächsten Moment spricht er Hochdeutsch. Der rote Faden in Hilds Arbeit ist der Humor. „Wir lachen zu wenig“, sagt er. Lachen sei die beste Gelegenheit, für einen Moment alle Probleme zu vergessen. Zugleich will der 18-Jährige zum Nachdenken anregen. Im Kurzfilm U.i.k.N.e. möchte er mit Freunden die deutschen Straßen wiederbepflanzen: „Wir Menschen nehmen der Natur durch den Straßenausbau Platz weg, den sie nie wieder zurückerobern kann.“ Der Mix aus Parodie und Ernsthaftigkeit brachte dem jungen Filmemacher erneut einen Preis ein. 2014 belegte er beim Naturfilmfestival „Dein Blick in die Natur“ in München den dritten Platz. Hild reicht seine Projekte bei unterschiedlichen Bewertungsgremien ein. Die Rückmeldung ist wichtig für ihn. Der schnellste und einfachste Schritt sei natürlich die Veröffentlichung bei Youtube. Ein echter Mehrwert sei aber ein Filmfestival. Die direkte Reaktion des Publikums auf Szenen seines Films sei für ihn die konstruktivste Kritik. Deshalb zeigt Hild jeden fertiggestellten Film zuerst seinen Eltern. Bei einer privaten Vorführung im heimischen Wohnzimmer bekomme er die beste Unterstützung überhaupt, so der Schüler. Sein neuester Film „Normal Pfälzer Day“ ist eine Hommage an die Heimat und „zeigt, dass in einem Pfälzer mehr steckt als sein Dialekt“. Sechs Monate ist Hild mit seinem Team zwischen Speyer, Kaiserslautern, Neustadt und Edenkoben hin und her gependelt, um unendlich viele Szenen abzudrehen. Das „A und O“ seien „kleine Gags“ wie Traubentee und die pfälzische Variante von Schere, Stein, Papier. Die Mühe hat sich gelohnt. Hild gewann mit dem Beitrag den Bürgermedienpreis des Offenen Kanals. „Das ist bisher mein bester Film“, sagt Hild. „Alle Beteiligten hatten einen Riesenspaß beim Drehen.“ Sein nächstes „Projekt“ hat dennoch nichts mit Film zu tun. Der 18-Jährige will jetzt erstmal Abitur machen. Und danach? „Danach will ich für ein Jahr alleine und mit Kamera nach Australien“, so Hild. Beruflich möchte er sich noch nicht ganz festlegen. Es gebe heute viele verschiedene Möglichkeiten, für die er offen bleiben will. „Aber klar, eine Option ist die Filmhochschule.“ Info Alle bisher gedrehten Filme von Hild sind zu sehen auf www.CloudDeplacer.de; „Normal Pfälzer Day“ ist auch auf Facebook zu sehen: „Zeig uns deinen Pfälzer Alltag“.

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