Neustadt Winter angeklagt und verbrannt
Geschätzt 600 Maikammerer und Edenkobener waren mit Kind und Kegel am Sonntag zum Heiligenberg unterhalb des Tempelchens gepilgert, um gemeinsam den Sommertagsbrauch zu feiern.
„Heute, in der Mitte der Fastenzeit, ist es sicherlich erlaubt, einen Riesling zu trinken“, sagte Edenkobens Stadtbürgermeister Werner Kastner mit Hinweis auf die Pavillons, in denen Speisen und Getränke angeboten wurden. Für die jungen Besucher hatte die Sparkasse Südliche Weinstraße Brezeln gestiftet. Die Theatergruppe des Jugendzentrums Edenkoben führte auch eine Szene aus dem Hansel-Fingerhut-Spiel auf. Am Heiligenberg wurde der Winter als garstiger Gesell, der Frost, Eis und Schnee bringt, angeklagt und verbrannt. Symbolisch zündete die Feuerwehr Edenkoben eine Strohpuppe an. Für manche Besucher der Flüchtingsfamilien blieb das Brauchtum fremd. Sie standen etwas abseits, hielten ihre Kinder fern von der abgesicherten Verbrennung und machten sich danach auf den Nachhauseweg. Sie hätte man vielleicht mit dem Brauchtum vertraut machen können, zu dem auch gehört, dass Kinder mit Sommertagsstecken die Feier „schmücken“. Denn nur vereinzelt sah man die bunten Stecken als Willkommensgruß an den Frühling. Die Kindertagesstätten aus Maikammer und Edenkoben hatten die Veranstaltung auf Maikammerer Terrain mitorganisiert. Begleitet wurden sie von den „Kuckucksmusikanten“ aus Roschbach. Die Idee, gemeinsam den Sommertag zu feiern, wurde 2010 von Kastner und dem damaligen Kreisbeigeordneten Nikolai Schenk geboren. Inspiriert von einem Glas Riesling, wählten sie die Weinlage Heiligenberg für die Feier aus. |awk