Neustadt Wink mit dem Zaunpfahl

Deidesheim. Der in Deidesheim lebende Psychologe und Psychotherapeut Peter Lechler hat seinen ersten Kriminalroman vorgelegt. „Wo der Wahnsinn wohnt“ ist im Landauer Knecht-Verlag erschienen und verarbeitet Erfahrungen, die der 66-Jährige als langjährige Leiter einer Einrichtung für psychisch Kranke in Mannheim gesammelt hat.
Genau in einer solchen Einrichtung, dem (fiktiven) „Tollen Haus“ in Mannheim, muss Kripo-Chef Kautz ermitteln, nachdem der Geschäftsführer Helmut Bosch eines Morgen tot im Garten aufgefunden wird – regelrecht gepfählt von den Deko-Eisenstäben eines Zauns. Die Aufregung im Haus ist groß, zumal schon bald der Heimleiter und der Ex-Chef in Verdacht geraten. Beiden hatte der Tote sehr zugesetzt. Aber auch der unter Verfolgungswahn leidende Bewohner Klaus kommt als Täter in Frage. Kautz ermittelt gewissenhaft in alle Richtungen und lässt sich dabei auch von einem hyperaktiven Staatsanwalt nicht beirren. Dem Buch ist anzumerken, dass der Autor sich mit der Welt psychiatrischer Einrichtungen und ihrer Bewohner auskennt und bestrebt ist, bestehende Vorurteile gegenüber psychisch Kranken abzubauen. Ob es auch als Kriminalroman gut funktioniert, muss jeder Leser selbst entscheiden. Der Plot ist nicht zuletzt durch das ungewohnte Milieu durchaus abwechslungsreich, Personen wie der Kommissar oder der Heimleiter Kurt Leidner sind glaubhaft gezeichnet, die Sprache und die Dialoge erscheinen allerdings oft arg konventionell und gelegentlich auch ungelenk. Lesezeichen Peter Lechler: „Wo der Wahnsinn wohnt“. Knecht-Verlag, kartoniert, 162 Seiten, 11,99 Euro. |hpö