Neustadt Willkomm mahnt „angemessene Umgangsformen“ an

Gewerbetreibende in Neustadt erfahren von der Stadt nicht die Wertschätzung, die sie verdienen. Das hat die Unternehmensgemeinschaft Willkomm mit Blick auf ein angedachtes Multiplex-Kino beim Quartier Hornbach kritisiert. Sie bemängelt, dass die Verwaltung nicht früh das Gespräch mit Michael Kaltenegger gesucht habe, dem Betreiber der Roxy-Kinos in der Innenstadt. Nach Angaben des Willkomm-Vorsitzenden Stephan Solomon hatte der Verband Mitte Januar Kontakt zu seinem langjährigen Mitglied Kaltenegger aufgenommen, um die „aktuellen betriebswirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Kinolandschaft in der Region zu erörtern“. Erst dabei habe Kaltenegger von den Kinoplänen beim Quartier Hornbach erfahren und dass der Stadtrat am 29. Januar den Bebauungsplan für das Gelände ändern will. Aus Sicht der Willkomm wären Gespräche von Vertretern aus Verwaltung und Stadtrat mit Kaltenegger im Vorfeld der Sitzung angemessen gewesen. Die Willkomm selbst sei hinsichtlich der Idee „wertneutral“, „doch erscheint es uns wichtig, grundsätzlich das Einhalten angemessener Umgangsformen anzumahnen“, so Solomon. Zudem sei es verfrüht, schon jetzt einen solchen Beschluss zu fassen. Weder sei die Planungsdimension bekannt noch ob sich der Invest lohnen würde. Zunächst müsse öffentlich diskutiert und die Meinung Kalteneggers eingeholt werden. Daneben fordert die Willkomm ein, gefragt zu werden, bevor der Stadtrat den Bebauungsplan „Kasernenstraße“ an das Einzelhandelskonzept anpasst. Wie ebenfalls berichtet, ist der Plan rund zehn Jahre älter als das Konzept, mit dem der Einzelhandel vor negativen Auswirkungen von Handelsflächen auf der grünen Wiese geschützt werden soll. Da die Willkomm beide Seiten vertrete, gehe sie davon aus, dass die Anpassung „in enger Abstimmung und Kommunikation“ erfolgen werde, erklärt ihr Vorsitzender. Den Vorwurf, nicht vorab mit Kaltenegger gesprochen zu haben, weist die Stadtverwaltung auf Anfrage zurück. Da persönliche Kontakte zwischen dem Betreiber der Spickert GmbH und Michael Kaltenegger bestehen würden, sei ausgemacht worden, dass Spickert sich direkt mit Kaltenegger in Verbindung setze, so die städtische Pressesprecherin Dagmar Staab. Das sei auch geschehen. Daneben müsse die Willkomm nicht befürchten, beim Anpassen des Bebauungsplans „Kasernenstraße“ an das Einzelhandelskonzept nicht gefragt zu werden. Selbstverständlich werde die Gemeinschaft in dem Verfahren eine Stellungnahme abgeben können. (ahb)