Neustadt
Wieso die Berufsmesse vor der Veranstaltung als Erfolg gewertet wird
Die Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft (WEG) der Stadt Neustadt beschreitet neue Wege, um Schulabgängern Ausbildungsstellen in Neustadt und Umgebung aufzuzeigen. Um im Optimalfall die Fachkräfte von morgen für die eigene Stadt zu gewinnen.
Das Team um WEG-Geschäftsführer Christian Forsch hat ein Konzept entwickelt, um die Berufs- und Studieninformationsmesse (Best) vom bisherigen Veranstaltungsort, der Georg-von-Neumayer-Realschule plus in Neustadt, ins World Wide Web zu verlagern. Für Forsch ist das mehr als gelungen: „Mit solch einer hohen Resonanz hatten wir nicht gerechnet.“
Rund 50 Ausbildungsbetriebe wirken bei der zweitägigen Veranstaltung mit: neben bekannten Firmen wie Daimler, BASF und der Drogeriekette DM auch ortsansässige Unternehmen wie das Modehaus Jacob, die Stadtverwaltung und das Marienhaus-Klinikum Hetzelstift. Wobei der Begriff Veranstaltung nicht ganz korrekt ist. Die WEG spricht vielmehr von Live-Sessions, sprich Sitzungen, an denen die nächsten Absolventen der Neustadter Schulen und der Siebenpfeiffer-Realschule plus aus Haßloch teilnehmen können.
Drei Sitzungen in einer Stunde
An zwei Tagen, am 16 und 17. November, können die Jugendlichen und jungen Erwachsenen in der Schulzeit mit den Ausbildern ins Gespräch kommen. Indem sie deren Videostreams anschauen und ihnen per Chat-Funktion Fragen stellen. Umgekehrt haben die Aussteller jeweils eine Stunde Zeit, den Nachwuchs von sich zu überzeugen. Zumal sie immer mit zwei anderen Betrieben „konkurrieren“, die parallel zur gleichen Zeit von sich berichten. Nur so können innerhalb von zwei Tagen alle teilnehmenden Firmen und ihre Philosophien vorgestellt werden.
Im Nachgang haben die Mädchen und Jungen die Möglichkeit, sich in aller Ruhe über alle Ausbilder zu informieren. „Auch die Eltern können beratend hinzugezogen werden“, wirft Forsch ein. Dafür haben die Firmen jegliche Informationen und Kontaktdaten auf der für die Best eigens eingerichteten Online-Plattform hinterlassen. Auch die Sitzungen werden aufgezeichnet und können jederzeit abgerufen werden. Gut die Hälfte der Betriebe präsentiert sich zusätzlich in zweiminütigen Imagevideos, die ein von der WEG beauftragter „rasender Reporter“ wahlweise angefertigt hat.
Fünfstelliger Betrag in Veranstaltung investiert
Somit wird die fünfte Auflage der Best zu einer außergewöhnlichen Veranstaltung, wofür laut Forsch ein niedriger fünfstelliger Betrag investiert wurde. „Uns von der WEG war es wichtig, die Best auf die Beine zu stellen. Denn auch in Corona-Zeiten gibt es wieder Schulabgänger, die vor der richtungsweisenden Frage stehen, wie es weitergeht. Sie wollten wir nicht alleine lassen“, sagt Forsch.
Dennoch sei es ein mutiger Schritt gewesen, diese Idee in die Tat umzusetzen. Schließlich war unklar, ob sich ausreichend Firmen finden, die auf denselben Zug aufspringen und die virtuellen Treffen für die Fachkräftegewinnung nutzen. Doch der Plan ging auf. Nicht nur das. Auch konnten Sponsoren, allen voran die Firma Wieland Schultz, gewonnen werden, mit deren finanzieller Unterstützung ein Großteil der Kosten refinanziert werden konnte.
Keine einmalige Aktion
So außergewöhnlich die Veranstaltung auch ist, soll es laut Forsch keine einmalige Aktion bleiben. „Es wäre schön, wenn wir 2021 wieder eine Veranstaltung mit Ausstellern durchführen könnten. Auf die digitalen Möglichkeiten wollen wir dennoch zurückgreifen.“ So könne die Plattform dafür genutzt werden, den jungen Menschen einen Vorgeschmack auf die Best zu geben. Auch wäre es denkbar, die Plattform ganzjährig zu betreiben, um für einen ständigen Austausch zwischen Schülern und Ausbildern zu sorgen.
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