Leichtathletik
Wie junge Athleten von Startgemeinschaften profitieren
Um sich mit den Großen messen zu können, müssen sich auch in der Leichtathletik die Kleinen oft zusammenschließen. Mit Erfolg wurde im Vorjahr bei der damals neuen Startgemeinschaft Germersheim-Nußdorf-Deidesheim praktiziert, deren Sprinttalente in der 4x100 m-Staffel bei den deutschen U20-Meisterschaften mit den Spitzenvereinen mithalten konnten. Ein Beispiel, das jetzt in der Region einen Nachahmer gefunden hat.
Seit 2007 können im Deutschen Leichtathletikverband, ähnlich wie auch im Schwimmen, bis zu drei Vereine eine Startgemeinschaft (StG) für Staffeln und Team-Wettkämpfe bilden. Fünf Jahre später wurde die Regelung ein weiteres Mal überarbeitet. Startgemeinschaften können demnach, getrennt nach Geschlecht, nur noch in den folgenden Klassen gebildet werden: U14/16 (ohne U12/U10) U18/U20, Aktive/Junioren U23 und Senioren (Ü30). Die Startgemeinschaften bilden dabei keine neuen Vereine. Die einzelnen Athleten starten weiterhin für ihren eigentlichen Stammverein.
Die männliche Staffel muss absagen
Fast die gesamte mögliche Alterspalette – mit Ausnahme der Senioren – bildet dabei die 2025 neu gegründete Startgemeinschaft LC Haßloch/TG 04 Limburgerhof ab, die ihre Premiere bei den ersten Hallenwettkämpfen in Ludwigshafen gefeiert hat. „Diese Zusammenarbeit hat sich für uns angeboten, zumal sich die jungen Sportler untereinander im Vorfeld bereits gut kannten und ich habe in Limburgerhof einfach einmal nachgefragt“, erklärt dazu Trainer Christoph Sölter. Durch die Zusammenarbeit ist seiner Meinung nach auch perspektivisch die Möglichkeit auf den Start einer 4x400 Meter-Staffel gegeben.
Die Reaktion seitens des neuen Kooperationspartners war positiv, und die ersten Ergebnisse bei den Pfalzmeisterschaften ebenfalls. In der U16 starteten gleich zwei Staffeln mit Haßlocher Beteiligung. Oliver Fraser, Lilian Stürm, Moritz Kieper und Lavinia Heinz liefen in der reinen LCH-Mixedstaffel über 4x200 Meter in 1:58,94 Minuten auf Platz zwei. In der WU16-Staffel der Startgemeinschaft liefen Milla Biegert und Mia Baumann aus Limburgerhof mit Helena Friko und Nina Dreier aus Haßloch. Mit einer starken Zeit von 1:58,28 Minuten belegte man auf Anhieb unter sieben Staffeln den dritten Platz. Die geplante MU20-Staffel musste dagegen ihren Start zurückziehen. Durch die Verletzung eines Läufers aus Limburgerhof konnte sie auch nicht bei den Rheinland-Pfalz-Meisterschaften antreten.
Die Konkurrenz ist stark
Dafür warten die nächsten Bewährungsproben auf die auf die jüngste und mittlerweile neunte Startgemeinschaft des Leichtathletikverbandes Pfalz am ersten Februar-Wochenende bei den Pfalz-Hallenmeisterschaften der U14 in Ludwigshafen und den Süddeutschen Meisterschaften der Männer, Frauen und U18 in Karlsruhe.
Auf harte Konkurrenz treffen dabei in der Europahalle auch die jungen Sprinter der TSG Deidesheim in ihren Verbund mit der Tschft. Germersheim und dem TV Nußdorf. Sie messen sich im Wettbewerb der Männer mit zwei Teams unter anderem mit deutschen Spitzenläufern in den Vertretungen der LG Stadtwerke München, LG Region Karlsruhe, Eintracht Frankfurt und LG Rhein-Wied.
Vor einer ähnlichen Ausgangssituation stehen am Wochenende die eigentlich noch der U20 und teilweise der U18 angehörendem Sprinterinnen der ebenfalls im vergangenen Jahr gegründeten StG Rhein-Pfalz, die ausschließlich im weiblichen Bereich aktiv ist. Gina Felden und Franziska Böger vom TV Gimmeldingen sind dabei allerdings in einer neuen Besetzung unterwegs, da der TSV Speyer in der Dreier-Gemeinschaft mit der Tschft. Germersheim die Sportlerinnen des LAC Frankenthal ersetzt hat. „Es hat unterschiedliche Ansichten über die Einsätze einer Athletin in der Staffel gegeben“, begründet der Gimmeldinger Trainer Lothar Spilke den Wechsel, der letztlich einvernehmlich zustande gekommen sei. Über die sportliche Entwicklung im Vorjahr zeigte er sich sehr zufrieden und zuversichtlich mit Tanja Zubrod, der aktuellen Hallen-Vizemeisterin über 200 Meter der U20, eine starke Läuferin in das Quartett eingliedern zu können.