Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Wie in Königsbach bei der Wahl der Pfälzischen Weinkönigin mitgefiebert wurde

Freunde und Familie hatten den Wahlabend im Königsbacher Lokal „Tafel und Wein“ erlebt, wo sie Dorothea John anschließend für ih
Freunde und Familie hatten den Wahlabend im Königsbacher Lokal »Tafel und Wein« erlebt, wo sie Dorothea John anschließend für ihre Leistung bejubeln konnten.

Während im Neustadter Saalbau die Wahl der Pfälzischen Weinkönigin lief, fieberten Freunde und Familienangehörige der Kandidatin Dorothea John im Lokal „Tafel und Wein“ in Königsbach mit. Der Ausgang der Wahl schien zweitrangig zu sein.

Da sie das Spektakel wegen der coronabedingten eingeschränkten Anzahl an Gästen nicht vor Ort im Saalbau erleben durfte, hatten sich die Anhänger von John in einer Gaststätte getroffen, um dort die Daumen zu drücken. Besonders ihr Bruder Sebastian rechnete ihr Siegeschancen aus. „Ich bin sicher, dass sie alle Aufgaben, die ihr bei der Wahlveranstaltung gestellt werden, leicht lösen und die Jury von sich überzeugen kann, weil sie über ein hohes Fachwissen verfügt und mit vollem Einsatz an die Sache rangeht. Einzig ihre fehlende Bühnenerfahrung bereitet mir ein wenig Sorge“, tippte er.

Immer, wenn John auf dem Bildschirm auftauchte, wurde laut geklatscht. Ihre Großtante, Sybille Walter, war sogar extra aus Bonn angereist, um mit der restlichen Familie für die Tochter ihres Patensohnes mitzujubeln. „Mir ist es egal, ob das Mädchen gewinnt oder nicht. Ich bin stolz auf sie, weil sie den Mut hatte, das zu machen“, meinte die 79-Jährige.

„Was ist Unterschied zwischen Secco und Sekt?“

Im Saal ging es während der Sendung ziemlich lebhaft zu: An den Tischen wurde laut diskutiert, beobachtet, kritisiert und gelobt – bis plötzlich jemand „Ruhe!“, rief. Tatsächlich verstummt die Lärmkulisse schlagartig. Die Kamera war voll auf Dorothea John gerichtet. Sie hatte die Aufgabe, einen Secco vom Schloss Wachenheim zu erläutern und den Unterschied zwischen Secco und Sekt zu erklären.

Wenig später war der entscheidende Moment gekommen. Der Name der neuen Pfälzischen Weinkönigin wurde bekanntgegeben. Dorothea John wurde es zwar nicht, leer ging sie aber auch nicht aus. Sie steht der Gewinnerin Saskia Teucke ein Jahr lang als Pfälzischen Weinprinzessin zur Seite. Die Enttäuschung in Königsbach hielt sich deshalb in Grenzen.

Respekt für gezeigte Leistung

Sebastian John zollte seiner Schwester Respekt: „Sie hat alles gegeben. Leider hat das diesmal nicht gereicht. Aber sie wird auch als Prinzessin ihre Botschaft zu den Themen Nachhaltigkeit und Erhalt der Natur verbreiten.“ Felix Renner, der seit 30 Jahren einen Stand auf dem Neustadter Wochenmarkt betreibt und John als treue Kundin kennt, fühlt sich bestätigt: „Es war einfach eine starke Gruppe. Ich bin sicher, die Mädels werden auch nach der Wahl zusammenhalten und den Pfälzer Wein hervorragend repräsentieren.“

Auch Königsbachs Ortsvorsteherin Alexandra Schaupp war voll des Lobes. „Es war für alle Kandidatinnen schon ein Erfolg, in die letzte Runde gekommen zu sein. Dorothea hat sich natürlich und authentisch präsentiert und unser Dorf würdig vertreten. Ihr gelungener Auftritt ist zu einem zusätzlichen Ereignis im Königsbacher Jubiläumskalender geworden.“

Was die neue Weinprinzessin zum Ausgang sagt

Und was sagt die neue Pfälzische Weinprinzessin selbst? Die wurde bei ihrer Ankunft gegen 23 Uhr im Lokal mit stehenden Ovationen, Spruchbändern und „Do-Ro-Thea“-Sprechchören empfangen. „Enttäuscht bin ich nicht“, sagte sie im RHEINPFALZ-Gespräch abseits des Trubels. „Eigentlich ist es egal, wer die goldene Krone trägt. Es geht darum, die Pfalz, ihre Menschen und ihren Wein so gut wie möglich zu vertreten. Dazu bin ich entschlossen, auch mit der Silberkrone.“

Bei der Wahl komme es darauf an, den Geschmack der Juroren im richtigen Augenblick auf den Punkt zu treffen. Das sei nicht leicht. „Ich bin jetzt immer noch etwas nervös, obwohl nun alles überstanden ist und ich glücklich darüber bin, dass so viele Menschen zu mir gehalten haben.“ Auch Freunde von der Nordsee, aus Stuttgart und aus Nürnberg waren angereist, um ihr vor Ort die Daumen zu drücken. Selbst Gäste aus den USA konnte John begrüßen. „Sie alle sind gekommen, um mit mir um den Sieg zu zittern. Das alleine war schon den Einsatz wert.“

Anschließend wurde unter Corona-Bedingungen im kleinen Rahmen gefeiert. Besser gesagt, mit Secco und Wein auf einen erfolgreichen Abend angestoßen. Bis 3 Uhr wurde sich ausgetauscht. Am darauffolgenden Morgen konnte John nicht lange ausschlafen. Sie setzte sich ihre Krone auf und ging zu ihrer Oma ins Altersheim. „Da sie den Abend nicht am Fernsehen verfolgen konnte, habe ich ihr erst einmal davon berichtet“, erzählt John, für die anschließend eine Weinbergsführung und eine Weinprobe für Kunden des elterlichen Weinguts auf dem Programm stand. Wann es für sie den ersten Termin als Pfälzische Weinprinzessin geben wird, wisse sie nicht. Sie lasse alles auf sich zukommen.

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