Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Wie hält man die Autobatterie trotz extremer Kälte fit?

Kfz-Meister Markus Roth vom ADAC-Pannendienst gibt einer Kundin mit leerer Batterie Starthilfe.
Kfz-Meister Markus Roth vom ADAC-Pannendienst gibt einer Kundin mit leerer Batterie Starthilfe.

Frostige Temperaturen waren seit jeher Gift für die Starterbatterie im Auto. Aktuell arbeiten zudem viele Menschen von zu Hause aus. Da kann es durchaus passieren, dass nichts passiert, wenn man nach einigen Tagen wieder in den Wagen steigt. Experten geben Tipps, was zu tun ist.

„Mit einem normalen Auto, das vorwiegend auf Kurzstrecken bewegt wird, sollte man alle vier bis acht Wochen zum Aufladen in die Fachwerkstatt“, sagt Michael Reiser vom Autoservice Hauck in Neustadt. Vor allem bei modernen Fahrzeugen sei die Starterbatterie in Verbindung mit der eingebauten Elektronik eine komplexe Sache: „Wenn man da nicht richtig rangeht, kann man viel kaputtmachen“, warnt er. Für den Fachmann sei eine entladene Batterie eine Fingerübung, für den Laien indes eine richtige Wissenschaft.

Weil Steuergeräte bei unsachgemäßer Ladung fehlerhaft reagieren könnten, gebe es mittlerweile Spezialladegeräte, die von den Autoherstellern freigegeben würden. Zwei Wochen im Parkhaus am Flughafen bedeuteten etwa für Batterien in modernen Autos Dauerstress, so Reiser: Der Wagen reagiere dabei auf jeden Funkschlüssel in der Nähe. „Danach ist wahrscheinlich jede Batterie platt.“ Um sie fit zu halten, stelle man das Fahrzeug bestenfalls in der Garage ab und bewege es einmal pro Woche für etwa eine Stunde über Land – mit möglichst wenigen eingeschalteten Verbrauchern, zu denen Licht, Sitzheizung, Klimaanlage und Heckscheibenheizung gehören.

Oldtimer: Polklemme Möglichkeit

Fahrer von Oldtimern könnten entweder die Batterie ausbauen und im Heizungskeller lagern oder ein Ladeerhaltungsgerät einbauen, das die Batterie ständig be- und entlädt. Günstiger sei eine Polklemme mit Trennmöglichkeit, bei der man die Batterie vom Stromnetz nimmt. „Die Autouhr muss man dann aber immer wieder neu stellen, auch gespeicherte Radiosender könnten verloren gehen“, schränkt Reiser ein.

Wolfgang Banse von der gleichnamigen Werkstatt in Lachen-Speyerdorf empfiehlt, die Batterie zwischenzuladen, schränkt aber ein, dass es dazu einer Steckdose in der Nähe bedarf. „Jedes Helferlein zieht Strom“, sagt er im Hinblick auf Fahrzeuge modernster Bauart. Nach kalten Nächten sollte man auf unnötige Verbraucher verzichten, sagt er. Dann habe eine Autobatterie bei normaler und regelmäßiger Fahrweise eine Lebensdauer von vier bis fünf Jahren.

ADAC: „Spitze haben wir hinter uns“

Miroslav Sutic koordiniert den Einsatz der Pannenhelfer des ADAC in der Region und empfiehlt mindestens eine halbe Stunde Fahrtzeit, um eine Batterie voll aufzuladen. Nach seinem Empfinden lasse die Anzahl der Hilferufe aus der Pfalz aber so langsam nach: „Alle Batterien, die einen Knacks hatten, sind in den letzten Tagen schon in die Knie gegangen, die Spitze haben wir hinter uns.“

Auch er weiß, dass moderne Autos praktisch nie mehr vom Strom getrennt sind. „Die diversen Steuergeräte kommunizieren teilweise noch 45 Minuten miteinander, nachdem das Fahrzeug abgestellt wurde“, sagt er. Idealerweise stelle man sein Auto in einer Garage ab und bewege es regelmäßig. Starthilfe funktioniere zwar auch bei einer defekten Batterie, „aber wenn man dann den Wagen abwürgt, ist wieder Schluss“.

Auch Elektroautos betroffen

Extreme Kälte mache seiner Erfahrung nach auch Elektroautos zu schaffen. „Mit eingeschalteter Heizung geht die Kapazität massiv zurück, und wenn die Hauptbatterie komplett entladen ist können wir nur noch in die nächste Werkstatt abschleppen.“

Bei Anita Sauter vom Kfz-Meisterbetrieb Bernd Sauter in Mußbach herrscht derzeit viel Betrieb in Sachen Starterbatterien: „Viele unserer Kunden fahren nicht mehr so viel“, sagt sie und empfiehlt deshalb Batteriekonditionierer für alle, die eine Steckdose in der Garage haben: „Dann ist das Auto immer startklar.“ Die Geräte kosteten um die 100 Euro und sorgten für dauerhafte Mobilität, wenn die Wartung des Fahrzeugs stimme: „Gerade wenn man oft auf Kurzstrecken unterwegs ist, sollte man regelmäßig nach dem Keilriemen und der Lichtmaschine schauen lassen.“

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