Geschichten aus der Geschichte Wie der Neustadter Hauptbahnhof wieder Verkehrsknotenpunkt wurde
Nicht nur, dass von Neustadt aus in die Richtungen Kaiserslautern und Ludwigshafen mehr Züge verkehrten, auch das Zugangebot nach Landau wurde vor 30 Jahren wieder verbessert. Zwischen Neustadt und Bad Dürkheim bis nach Freinsheim und Grünstadt gab es ebenfalls ein vertaktetes Zugangebot, das heißt stündlich verkehrende Züge, wobei insbesondere die Wiedereinführung des Wochenendverkehrs eine nachhaltige Verbesserung war.
An Zusatzangeboten hatte die Deutsche Bahn seit 1976 nur noch die Sonderverkehre zum Bad Dürkheimer Wurstmarkt und mit zwei Zugpaaren am Umzugssonntag zum Deutschen Weinlesefest „im Programm“. Natürlich waren auch die „Kuckucksbähnler“ über die Verbesserungen hoch erfreut, konnte doch die erste rheinland-pfälzische Museumsbahn jetzt wieder gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreicht werden.
Nachfrage steigt
Gemeinsam hatten sich Gemeinden entlang der Weinstraße zwischen Neustadt und Bad Dürkheim sowie der Landkreis Bad Dürkheim jahrelang um eine Verbesserung des Schienenverkehrs bemüht und dafür auch finanzielle Mittel eingesetzt. Das begann mit dem Ausbau des Verkehrs zwischen Neustadt und Bad Dürkheim ab 1977, als der Schülerverkehr auch für andere Kunden geöffnet wurde und gleichzeitig aufgrund der Nachfragesteigerungen sich die finanziellen Belastungen der Stadt Neustadt halbierten. In den Folgejahren bemühten sich die Kommunen, den Schienenverkehr zu bewerben, und konnten dafür ab 1989 auch auf die Unterstützung des neugegründeten Verkehrsverbundes Rhein-Neckar (VRN) zählen. Dieser machte mit schlüssigen Tarifangeboten die Nutzung des öffentlichen Personenverkehrs auf Schiene und Straße attraktiv.
Ab 1991 folgte dann, finanziert von Städten, Gemeinden und dem Landkreis Bad Dürkheim, in einem bundesweit einmaligen Projekt die Einrichtung eines kommunal finanzierten Zugverkehrs an Sonntagnachmittagen, wobei erstmals auch die Weinfeste entlang der Weinstraße zwischen Neustadt und Bad Dürkheim bedient werden konnten. Der Sonntagsverkehr wurde dann bis nach Grünstadt erweitert, und es erfolgte auch ein Probeverkehr nach Eisenberg, Die Strecke Grünstadt – Eisenberg war damals nur noch für den Güterverkehr geöffnet, der Personenverkehr wurde im Busverkehr abgewickelt.
Bustakt integrierbar
Die starken Bemühungen aus dem Donnersbergkreis führten letztlich zur bundesweit ersten Reaktivierung einer Bahnstrecke für den Personenverkehr. Als der damalige rheinland-pfälzische Verkehrsminister Rainer Brüderle am 26. Mai 1994 den Sonderzug zur Eröffnung auf die Reise schickte, war das Ziel der Neustadter Hauptbahnhof, der dann ab dem letzten Maisonntag 1994 wieder seine volle Knotenfunktion übernahm.
Da die Züge im Rahmen des von einer Schweizer Beraterfirma entwickelten Taktfahrplanes immer zur vollen oder zur halben Stunde in Neustadt ankamen, konnte man auch den Busverkehr auf das neue Angebot ausrichten. Die Folgejahre brachten einen weiteren Ausbau des Schienenpersonennahverkehrs im Raum der Pfalz, gemeinsam mit der Reaktivierung von für den Personenverkehr stillgelegten Strecken.