Neustadt Wichtiger Beitrag zur Qualitätssicherung
37 Absolventen des dualen Studiengangs Weinbau und Önologie haben am Freitag ihre Diplome erhalten. Nach drei Jahren am Neustadter Weincampus werden sie ins Berufsleben oder in den neuen, weiterführenden Master-Studiengang entlassen.
Beim Festakt im Mußbacher Herrenhof – der „Keimzelle“ des am Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) angesiedelten Staatsweinguts Johannitergut – spannte der Weinjournalist und Kritiker Stuart Pigott in seiner Festrede den Bogen vom Anfang des Qualitätsweinbaus vor 300 Jahren zur aktuellen Situation des deutschen Weins im internationalen Markt. Er erinnerte daran, dass deutscher Riesling seinen Siegeszug von Deidesheim aus angetreten habe und Weine aus Deutschland vor 100 Jahren schon in Amerika teils teurer als die besten Bordeaux gehandelt worden seien. Auch heute genössen deutsche Weine im internationalen Vergleich einen hervorragenden Ruf und würden bei namhaften Verkostungen regelmäßig höchste Bewertungen erzielen. Es handle sich bereits um den fünften Absolventenjahrgang des dualen Studiengangs, betonte DLR-Direktor Günter Hoos: Die enge Verzahnung von Theorie und Praxis und das beachtliche Netzwerk, das sich mittlerweile entwickelt habe, hätten mit dazu beigetragen, dass die akademische Ausbildung am Neustadter Weincampus einen hervorragenden Ruf genieße und den Absolventen beste Berufsaussichten beschere. Der Abschluss Bachelor of Science öffne Türen in Betriebe in aller Welt. Hoos wies darauf hin, dass mit dem zu diesem Wintersemester gestarteten berufsbegleitenden Aufbaustudium mit Master-Abschluss weitere Studierende aus unterschiedlichen Nationen an den Weincampus gekommen seien. Das rein englischsprachige Format widme sich über die weinbauliche Praxis in Außenbetrieb und Keller hinaus insbesondere Marketing- und Nachhaltigkeitsthemen, die dazu beitragen sollen, die deutsche Weinwirtschaft im internationalen Vergleich konkurrenzfähig zu halten. „Deutsche Weine haben sich einen hervorragenden Ruf erarbeitet“, sagte Norbert Schindler, der in seiner Funktion als Landwirtschaftskammerpräsident eines der zahlreichen Grußworte sprach: Einst als Lieferant billiger Süßweine verpönt, seien Weine aus Deutschland heute wegen ihrer hohen Qualität weltweit nachgefragt und international konkurrenzfähig. Dazu habe nicht zuletzt die hohe Qualität der Ausbildung auch am Neustadter Weincampus beigetragen. Stellvertretend für ihre Kommilitonen berichtete Semestersprecherin Ina Schwarzbach über die drei Studienjahre, die sie am Weincampus verbracht hat. Den praktischen Teil des Studiums absolvierte sie bei den Weingütern Geheimer Rat Dr. von Bassermann-Jordan in Deidesheim und Garlider im italienischen Feldthurns. In ihrer Bachelorarbeit befasste sie sich mit dem Thema „Untersuchungen zur Umstellung einer Ertragsanlage auf die Schnittmethode Simonit & Sirch im zweiten Umstellungsjahr im Hinblick auf Umstellungserfolg, Schnittmethodik, Aufwand, Ertrag und Traubengesundheit“ – nur eines von vielen Beispielen für den hohen wissenschaftlichen Anspruch der akademischen Ausbildung am Weincampus. Schwarzbach wurde dafür vom Verein der Weinbauabsolventen in Neustadt als Autorin der besten Bachelorarbeit des Jahrgangs ausgezeichnet. Lokalseite 2 |hox