Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Wichtige Verkehrsachse: Amalienstraße ab Ende Februar dicht

Blick in die Amalienstraße: An der Hetzelanlage (rechts) werden die Parkstände neu angeordnet.
Blick in die Amalienstraße: An der Hetzelanlage (rechts) werden die Parkstände neu angeordnet.

In einigen Tagen wird die Amalienstraße in Neustadt gesperrt sein – für gut zwei Jahre. Warum dabei einige Parkplätze wegfallen und wie der Verkehr umgeleitet wird.

Wann ist die Amalienstraße gesperrt?
Die Arbeiten in der Amalienstraße werden in sechs Bauabschnitten erledigt. Deren Abfolge muss außer den Anwohnern aber niemanden kümmern, denn die Straße wird während der ganzen Zeit gesperrt. Los geht es Ende Februar, der genaue Tag steht noch nicht fest. Im April 2027 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Die Anwohner sollen jederzeit zumindest fußläufig ihre Häuser erreichen können. Bei einer Anliegerversammlung im Januar sei die Stimmung nicht negativ gewesen, berichtet Verkehrsdezernent Bernhard Adams (parteilos). Immerhin bekämen die Leute neue Hausanschlüsse und hätten während der Arbeiten eine Verkehrsberuhigung.

Wie sieht die Umleitung aus?
Der Verkehr aus dem Tal, der bisher die Amalienstraße stadteinwärts nutzt, wird über die B38 umgeleitet. Nicht Teil der offiziellen Umleitung ist die Saarlandstraße jenseits der Bahngleise. Da Ortskundige dennoch versucht sein könnten, diese Route zu nutzen, wird sie für die Zeit der Bauarbeiten zur Einbahnstraße, um ein Verkehrschaos zu vermeiden. Fahrzeugführer werden die Saarlandstraße nur in Richtung Innenstadt nutzen können.

Was macht der ESN in der Amalienstraße?
Die Arbeiten beginnen Ende Februar damit, dass der Eigenbetrieb Stadtentsorgung Neustadt (ESN) an der Kreuzung Gipserstraße ein aus dem Jahr 1926 stammendes Regenüberlaufbauwerk durch ein unterirdisches Regenüberlaufbecken ersetzt. Dieses habe eine Speicherkapazität von 230 Kubikmeter und soll bei Regen den Speyerbach entlasten, erklärt Oliver Jakobi vom ESN. Diese Arbeiten seien notwendig, das alte Überlaufbauwerk entspreche nicht modernen Anforderungen. Der ESN saniert auch die Regen- und Schmutzwasserkanäle, teilweise im sogenannten Berstlining-Verfahren, für das die Straße nicht aufgemacht werden muss. Die Hausanschlüsse werden ebenfalls erneuert, die seien etwa 100 Jahre alt, erläutert Jakobi.

Warum sind die Stadtwerke froh über die Sanierung?
Markus Schuler von den Stadtwerken ist erfreut, dass die Straßensanierung die Möglichkeit eröffnet, die Gas- und Wasserleitungen zu sanieren. Das sei auch dringend nötig. Zuletzt habe es da in der Amalienstraße viele Störungen gegeben, von denen aber keine Gefahr ausgegangen sei. Die Leitungen stammen aus den 1950er Jahren „und sind durch die starke Befahrung der Straße entsprechend belastet“. Hausanschlüsse werden nur erneuert, falls das nötig ist. Die bisherigen Leitungen verlaufen unter der Nordseite der Straße, das neue Netz entsteht unter der Südseite. „Dadurch müssen wir die Versorgung nur sehr kurz unterbrechen“, erklärt Schuler.

Wie verändert sich die Amalienstraße?
Die Gestaltung orientiert sich an dem Teilabschnitt der Talstraße zwischen Fröbelstraße und B38, der Anfang vergangenen Jahres fertiggestellt wurde. Die Gehwege erhielten Pflaster der Farbe Muschelkalk, die Fahrbahn werde in Asphalt hergestellt, sagt Patrick Engelskircher von der Tiefbauabteilung der Stadt. Am westlichen Beginn der Straße wird eine Fahrradweiche gebaut (aktuell ist sie nur mit Warnbaken gekennzeichnet). Der südliche Gehweg entlang des Bahndamms bis zur Gipserstraße, wird laut Engelskircher kaum genutzt und entfällt. Der Platz wird dem nördlichen Gehweg zugeschlagen. In der Straße sollen 20 Bäume neu gepflanzt werden, davon 15 zwischen den Parkständen. Damit sie gedeihen, werden sie in Löcher mit zwölf Kubikmeter Substrat gesetzt. Die Amalienstraße soll auch nach dem Ende der Bauarbeiten eine Einbahnstraße sein.

Was tut sich an der Hetzelanlage?
Die Parkstände werden künftig längs statt schräg angeordnet. Das erleichtere das Ausparken, sagt Adams. Aktuell hätten die Ausparker keine gute Sicht auf den fließenden Verkehr. Ein weiterer Vorteil: Der Gehweg kann auf eine komfortable Breite von 2,50 Meter vergrößert werden. Das Ganze hat aber auch einen Preis: 21 Parkplätze entfallen. Es liegt zum Teil aber auch daran, dass die Stellplätze größer bemessen werden, weil die Autos breiter geworden sind.

Was hat die Landesgartenschau mit dem Projekt zu tun?
Im Prinzip nichts. Die Verantwortlichen betonen, dass sie mit der Sanierung fertig sein wollen, bevor im April 2027 die Landesgartenschau (LGS) in Neustadt ihre Tore öffnet; dann soll diese wichtige Verkehrsachse wieder zur Verfügung stehen. Es sei jedoch nicht so, dass man unbedingt vor der LGS noch die Amalienstraße sanieren wollte, sagt Adams. Aber es seien nun einmal die Bundesmittel angeboten worden. „Und wir wären blöd, wenn wir sie nicht nehmen würden“, sagt der Verkehrsdezernent. Im Bauausschuss hatte es geheißen, dass von den Kosten in Höhe von 3,9 Millionen Euro der Bund den Großteil trägt, weil es eine Bundesstraße ist.

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