Neustadt „Wer wollte, wurde übernommen“

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Die Bäckerei Hofmann gibt es nach 264 Jahren nun endgültig nicht mehr. Die Produktionsstätte im Lambrecht und die Filialen in Maikammer und Edenkoben sind geschlossen, die anderen 16 Filialen sind an andere Bäckereien übergegangen. Von den zuletzt etwa 140 Mitarbeitern hätten alle, die dies wollten, einen neuen Arbeitsplatz, ist Robert Hofmann erleichtert.

Der 67-Jährige und seine 65 Jahre alte Ehefrau Hannelore konnten den Betrieb aus Alters- und Gesundheitsgründen nicht mehr weiterführen, wie die RHEINPFALZ mehrfach berichtete. Einen Nachfolger hat das Ehepaar nicht gefunden. Die Filialen in den Rewe-Märkten in Mußbach und der Martin-Luther-Straße in Neustadt hat die Ludwigshafener Großbäckerei Görtz übernommen. Das Hambacher Stammgeschäft der Bäckerei Hofmann wird inzwischen von dem Maikammerer Familienbetrieb Volker Stephan geführt. Die Filialen in Diedesfeld, Gimmeldingen und ein Verkaufsstand auf dem Neustadter Wochenmarkt gehören nun zu dem in Edenkoben ansässigen „De Bäcker Becker“. In Haßloch wird die Filiale von der Ludwigshafener Bäckerei Otto Schall weitergeführt. Alle anderen Filialen hat die Landauer Großbäckerei Hofmeister übernommen. Einige der Geschäfte sind vorübergehend wegen Umgestaltungsarbeiten geschlossen, die meisten aber bereits wieder geöffnet. In den Übergabeverträgen sei ausdrücklich vereinbart worden, dass die in den Filialen beschäftigten Verkäuferinnen übernommen werden müssen und dass sie finanziell und von den Arbeitskonditionen nicht schlechter gestellt sein dürfen als bisher, betont Hofmann. Auch die etwa 30 Mitarbeiter, die in der Produktion in Lambrecht beschäftigt waren und denen gekündigt wurde, hätten alle einen Arbeitsplatz gefunden, sofern sie dies wollten. „Herr Hofmann hat sich sehr dafür engagiert, dass alle seine bisherigen Mitarbeiter einen neuen Arbeitsplatz bekommen“, berichtet Silke Becker, deren Mann Inhaber von „De Bäcker Becker“ ist. „Wer wollte, wurde von der Firma Hofmeister übernommen“, sagt Peter Fischer, Vorsitzender des Betriebsrats bei Hofmeister. „Die Konditionen für die Verkäuferinnen haben sich eher verbessert“, so Fischer. Denn bei Hofmeister gebe es einen Betriebsrat, der gesetzlich dazu verpflichtet sei, darauf zu achten, dass beispielsweise Arbeitszeit- und Pausenzeitregelungen eingehalten werden. Wie Fischer berichtet, ist er derzeit dabei, mit den Mitarbeitern, die bisher bei Hofmann arbeiteten und nun bei Hofmeister sind, Kontakt aufzunehmen. Viele seien nicht darüber informiert, was sie für Rechte hätten und was die Aufgaben eines Betriebsrats seien. Nach Angaben von Holger Winhoff, Geschäftsführer der Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten Region Pfalz, gab es bei Hofmann keinen Betriebsrat und keiner der Mitarbeiter sei gewerkschaftlich organisiert gewesen. Keiner der bisher dort Beschäftigten habe sich wegen eventueller Probleme durch die Schließung der Bäckerei Hofmann und der Übergabe der Filialen gemeldet. „Hofmeister ist die einzige Bäckerei in der Pfalz, in der es einen Betriebsrat gibt und in der Mitarbeiter gewerkschaftlich organisiert sind“, berichtet Fischer. Hofmeister hat nach Angaben von Geschäftsführer Tim Bauer knapp 750 Mitarbeiter. Die Großbäckerei Görtz, die die Filialen in den Rewe-Märkten übernommen hat, hat etwa 1400 Mitarbeiter. In den Jahren 2013 bis 2015 hatte Hofmeister seinen Mitarbeitern kein Urlaubs- und kein Weihnachtsgeld gezahlt. Auch in diesem Jahr gebe es kein Urlaubs- und kein Weihnachtsgeld, so Fischer. Doch werde in diesem Jahr ein finanzieller Ausgleich gezahlt. Auch habe inzwischen jeder Mitarbeiter eine Personaleinkaufskarte, mit der er 50 Prozent Rabatt für jeden Einkauf bekomme. Zudem zahle Hofmeister Tariflohn, das sei inzwischen nicht mehr selbstverständlich. Nach Angaben des Betriebsratsvorsitzenden wurde bereits vereinbart, dass die Mitarbeiter im kommenden Jahr wieder Urlaubs- und Weihnachtsgeld erhalten. |ann

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