Neustadt Weniger Einbrüche
1382, 1516, 1403, 1314 – so viele Straftaten gab es in den Jahren davor. Für 2018 meldet die Kripo eine Steigerung um 95 auf 1409 Fälle. Die Aufklärungsquote sank von 61,3 auf 56,2 Prozent. Sie liegt laut Polizei auf dem Niveau früherer Jahre. Die meisten Straftaten entfielen mit einem Anteil von knapp 70 Prozent auf Edenkoben und Edesheim, was die Polizei auf die höhere Einwohnerzahl im Vergleich zu anderen Gemeinden zurückführt. Am ruhigsten blieb es in Kleinfischlingen mit zwei Fällen, dahinter rangiert Weyher (8). Mit registrierten 25 Taten erreichte die Anzahl der Wohnungseinbrüche im Zeitraum von fünf Jahren einen Tiefstwert. Die Versuchsquote lag bei 68 Prozent, was bedeutet, dass nur in jedem dritten Fall die Einbrecher Erfolg hatten. Es gab lediglich eine Tat, die sich gegen das Leben eines anderen richtete: Im April vergangenen Jahres kam es zu einem versuchten Tötungsdelikt in einer Unterkunft für Asylbewerber in Maikammer (wir berichteten). Ein 35-jähriger Iraner war von einem Landsmann mit einem Messer angegriffen worden. Wobei die Verletzungen nicht lebensgefährlich waren. 13 Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung wurden in der Statistik aufgenommen, wozu Vergewaltigungen, sexuelle Nötigung, sexueller Missbrauch von Kindern, exhibitionistische Handlungen oder Besitz/Verbreiten von Kinderpornografie gehören. Alles zusammen macht einen Anteil von nicht einmal einem Prozent der Straftaten insgesamt aus. Bei den Rohheitsdelikten (18 Prozent), Diebstählen (25) und Vermögens- beziehungsweise Fälschungsdelikten (22) wurden wesentlich höhere Prozentquoten erreicht. Was die Gewaltanwendung betrifft, so gab es einen Anstieg um 14 Fälle auf 253. Schuld daran war insbesondere die Steigerung in der Verbandsgemeinde Maikammer, wobei die Polizei keine triftige Erklärung dafür ausmachen konnte. Schwere Körperverletzungen, bei denen es zu schwerwiegenden Blessuren oder bleibenden Schäden bei dem Opfer kam, waren nicht dabei. Zuwachsraten verzeichneten Fahrraddiebstähle (plus 14), Diebstähle an oder aus Fahrzeugen (plus 11). Rückläufig waren die Ladendiebstähle (minus 16). Die Aufklärungsquote machte da einen Sprung um 8,6 auf 87 Prozent. Es wurde ein besonders schwerer Fall von Ladendiebstahl gemeldet, bei dem eine Waffe verwendet wurde. Laut Polizei tragen verbesserte Videoüberwachungen in den Geschäften und Aufklärungskampagnen zum gestiegenen Ermittlungsergebnis bei. Während im Jahr 2017 zwei 20-Jährige als Einbrecher in Vereinsheimen und Hütten dingfest gemacht wurden, wurde die Serie von Einbruchsdiebstählen in Kindergärten 2018 noch nicht aufgeklärt. Bei den Wohnungseinbrüchen (25) fiel in Maikammer im Februar an einem Tag eine Serie auf. In den 38 Fällen in Sachen Erschleichen von Leistungen sind auch Waren- und Warenkreditbetrügereien enthalten. Meist passiert das im Internet. Bankkarten gestohlen, um unberechtigt an fremdes Geld zu kommen – das wurde elfmal bei der Polizei angezeigt. Weiterhin mit 59 Fällen konstant waren die Rauschgiftdelikte. Nachgelassen haben die Sachbeschädigungen (von 204 auf 185). Von Gewaltkriminalität sprach die Polizei 44-mal, viermal von Raub. Wegen ausuferndem Zoff in der Familie oder in Beziehungen musste 59-mal eingeschritten werden, ein Durchschnittswert laut Ermittler. Oft werden bei Bekanntwerden Gegenanzeigen von den Beschuldigten erstattet, wodurch die Fallzahlen steigen. Zurückgegangen sind die Fälle, bei denen es Kriminalitätsprobleme in Schulen gab (von 30 auf 27). Große Sorgen bereiten weiter die illegalen Müllablagerungen in Wäldern, an Straßenrändern oder auf Parkplätzen (plus 7 auf 12). Hauptsächlich an den drei Bahnstationen trieben Fahrraddiebe ihr Unwesen. Bei einem Gesamtplus von 18 Fällen ist die Aufklärungsquote um 3,6 auf nur noch 1,8 Prozent gesunken. Fast doppelt so oft beklagte die Polizei Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte (achtmal). Was die Tatverdächtigen insgesamt (669) angeht, so hatten 76 Prozent einen deutschen Pass. Bearbeitet wurden von der Inspektion Edenkoben 257 Ruhestörungen, 52 Vermisstenfälle und 62 Haftbefehle. In fast 560 Fällen wurde sie auf Ersuchen anderer Dienststellen oder Behörden tätig. Die komplette Schadenssumme stürzte von 3,2 Millionen auf 700.000 Euro ab. Dieser außergewöhnliche Rückgang rührte von einer Insolvenzverschleppung mit einem Schaden von über zwei Millionen Euro, die die Polizei in Edenkoben noch im Jahr 2017 auf Trab hielt. Info Der Zuständigkeitsbereich der Polizei Edenkoben umfasst die Verbandsgemeinden Edenkoben und Maikammer, außerdem die A 65 zwischen den Anschlussstellen Rohrbach und Haßloch sowie den B-10-Abschnitt zwischen Landau-Nord und Birkweiler.