Neustadt Weit mehr als Pauken und Noten

An der Siebenpfeiffer-Realschule plus und Fachoberschule haben 38 Absolventen ihr Abschlusszeugnis der Fachhochschulreife erhalten. Erleichterung und Freude, aber auch Wehmut und Trennungsschmerz waren zu spüren.
„Baut aus den Steinen, die auf euren Wegen liegen, was Schönes“, ermutigte die Fachoberschulkoordinatorin Tina Rüttger die jungen Erwachsenen, ihren Platz in der Welt für das eigene Leben zu erobern. Vor zwei Jahren hatten 51 Jugendliche, je eine Klasse in den Fachrichtungen Wirtschaft und Verwaltung beziehungsweise Gesundheit, mit der dualen Ausbildung begonnen, in der die Schüler in der elften Klasse drei Tage pro Woche im Praktikumsbetrieb verbringen, die zwölfte Klasse dann ausschließlich mit Unterricht in der Schule. Im Verlauf der zwei Jahre haben 10 Schüler den Bildungsgang verlassen, für mehrere Schüler verwandelte sich der Praktikumsvertrag im jeweiligen Betrieb in einen Ausbildungsvertrag. Nach den letzten mündlichen Prüfungen am Tag vor der Abschlussfeier konnten nun 38 Absolventen das begehrte Dokument in Empfang nehmen. „Der Bildungsgang Fachoberschule wird zum festen Bestandteil unserer Bildungslandschaft“, betonte Schulleiterin Monica Hübner, dies zeige die steigende Zahl an Absolventen. Der Abschluss schaffe optimale Voraussetzungen für den weiteren beruflichen Werdegang. Ausbildung, Duales Studium, Fachhochschule oder ein weiteres Schuljahr zur allgemeinen oder fachgebundenen Hochschulreife: Für viele steht die Entscheidung bereits fest. Aber auch Auslandsaufenthalte oder ein Freiwilliges Soziales Jahr wählen einige als ersten Schritt. Die Vorsitzenden des Schulelternbeirats und des Fördervereins, Ursula Müller und Annette Penn, gaben Lebensweisheiten mit auf den Weg. „Wir sind froh, die Eltern stolz und die Lehrer erleichtert“, schilderten die Klassensprecherinnen Teni Eissagholian und Lisa Fuder die gruppenspezifischen Gefühlslagen. Nach der gemeinsamen Vergangenheit beginne jetzt für jeden die individuelle Reise in die Zukunft. Und dass Schule mehr ist als Pauken und Noten, zeigte die besondere Emotionalität der Abschlussfeier. Umarmungen mit den Lehrern und individuelle Geschenke, Erinnerungen an die Klassenfahrt, der Film der Klassenleiter Stefanie Kraus und Xavier Joulin mit amüsanten Portraits „ihrer“ Schüler, bewiesen: Da sind Beziehungen in der Schulgemeinschaft über den Schulalltag hinaus entstanden. Auf den Punkt brachte es Lars Schulz, der mit Anna Hamburger humorvoll durch den Abend moderierte: „Ich liebe Sie, Frau Hübner.“ Umrahmt wurde der Abend von der Schulband und einem gefühlvollen „Not alright by me“ (Vintage Trouble) mit Rosalie Roth und Paul Vogel. Für das beste Zeugnis wurde Annika Schulze ausgezeichnet. (uhk)