Maikammer
Weingipfel im Weingut Schreieck: Winzer aus sieben Ländern stellen Weine vor
Weine aus verschiedenen Ländern und Anbaugebieten verkosten – das bieten üblicherweise Weinmessen. In Maikammer ist es ein einzelnes Weingut, das eine breit aufgestellte Verkostung auf die Beine stellt: das Weingut Schreieck. Genauer gesagt: die junge Schreieck-Generation, Patricia, Jana und Julian. Zum zweiten Mal organisierten sie jetzt einen Weingipfel, dieses Jahr mit Winzern aus sieben Ländern und sieben deutschen Anbaugebieten. Die Federführung hat dabei Patricia Schreieck.
Dass bei der Verkostung die Familie der Burgunderweine im Fokus stand, liegt daran, dass Patricia diese Weine aufgrund ihrer Vielfalt besonders schätzt. Und dass sie es sinnvoll findet, bei größeren Verkostungen einen Schwerpunkt zu setzen. „Dann kann man besser vergleichen“, sagt sie. Dass sie just in dieser Woche die Auszeichnung „Burgunderwinzerin des Jahres“ des Weinmagazins Selection erhielt, war natürlich nicht abzusehen, als das Konzept entstand. Die Meldung wurde zum I-Tüpfelchen der Veranstaltung.
Nachwuchswinzerinnen aus Österreich
Viele der Anbieter am Samstag sind Winzer im Alter des Schreieck-Nachwuchses. Sie haben sich während des Studiums in Geisenheim kennen gelernt und sind weiter in Kontakt geblieben. Wie beispielsweise Hannah (27) und Helene (25) Ubl-Doschek vom gleichnamigen Bio-Weingut im österreichischen Kritzendorf. Maikammer und das Weingut Schreieck kennen die beiden Schwestern schon aus gemeinsamen Studientagen, jetzt sind sie gekommen, um bestehende Kontakte zu pflegen, neue zu knüpfen und Weine aus anderen Ländern kennen zu lernen. Neben zwei verschiedenen Chardonnay, die zur Burgunder-Familie gehören, haben sie auch den für Österreich typischen Grünen Veltliner im Gepäck. Alle Weine sind trocken ausgebaut. „Wir lieben das, und das wird in Österreich auch mehr getrunken“, erklärt Hannah. Ihre Schwester Helene ist übrigens vom Fachmagazin Falstaff zu „Österreichs beliebtester Nachwuchswinzerin 2024“ gekürt worden.
Vom gemeinsamen Studium kennt Patricia auch Johannes Niedrist vom gleichnamigen Weingut in Eppan in Südtirol. Auch bei ihm ist fehl am Platze, wer keine trockenen Weine mag. Bei der Frage einer Besucherin nach „etwas Fein-Herbem“ muss er passen. Seine Weine, darunter Blauburgunder, Weißburgunder und Sauvignon, wachsen auf 400 bis 750 Metern Höhe, erklärt er. Dann wendet er sich wieder den zahlreichen leeren Gläsern zu, die er füllen soll. Viel Zeit zum Plaudern ist an diesem Tag nicht.
700 Tickets verkauft
700 Tickets hat das Weingut verkauft, mehr wäre nicht möglich gewesen. Mit dieser Resonanz hatte Patricia nicht gerechnet. Der Vorverkauf sei im September gestartet worden, und bis Anfang Januar sei noch unklar gewesen, ob die Hallen voll werden. Dann ging es auf einmal Schlag auf Schlag. „Wir hatten zum Schluss eine riesige Warteliste“, sagt Patricia. In der Kelterhalle, der Abfüllhalle, dem Edelstahlkeller, dem Barriquekeller und dem Stückfasskeller stehen insgesamt rund 700 Quadratmeter Fläche auf zwei Ebenen zur Verfügung, die mit 15 Ständen bestückt sind. Jeder Stand bietet fünf Weine an, insgesamt können also 75 Weine probiert werden.
„Ihr könnt euch durch ganz Europa probieren“, sagt Patricia Schreieck strahlend bei der Eröffnung. Und kündigt wenig später an, dass die Veranstaltung, zu der am Abend auch eine Weinparty gehört, 2026 fortgesetzt werden soll.
Stolz und zufrieden mit dem Engagement der jungen Generation sind die beiden „Seniors“, Volker und Bernd Schreieck. „Man muss über den Tellerrand hinausschauen, dadurch wird man besser“, betont Bernd Schreieck, der Vater von Patricia und Jana. Patricia gibt das Lob zurück: „Wir Jungen haben sehr viel Freiheit, und das ist nicht selbstverständlich.“ Wenn es – gelegentlich – mal generationsbedingt unterschiedliche Auffassungen gebe, dann zähle die Meinung der Jungen mehr. Doch meistens sei ein Konsens schnell hergestellt.
Und was gefällt Patricia am besten an ihrem Beruf? Da muss sie nicht lange nachdenken: Die Arbeit im Keller. Dort verbringt sie den ganzen Herbst – Seite an Seite mit ihrem Vater.

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